Viele CPAP-Anwender sind verunsichert, wenn es um die Wahl des richtigen Wassers für ihr Gerät geht. Während häufig destilliertes Wasser empfohlen wird, stellt sich die Frage: Ist es wirklich medizinisch notwendig? Die Antwort mag überraschen – in den meisten Fällen ist Leitungswasser völlig ausreichend und sicher für die CPAP-Therapie.[1]
Diese weitverbreitete Unsicherheit führt oft zu unnötigen Kosten und Unannehmlichkeiten, besonders auf Reisen oder in Gegenden, wo destilliertes Wasser schwer erhältlich ist. Tatsächlich verwenden Millionen von CPAP-Anwendern weltweit erfolgreich Leitungswasser, ohne gesundheitliche Probleme zu erleben.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Leitungswasser ist für CPAP-Geräte medizinisch sicher und wird weltweit verwendet
- Destilliertes Wasser reduziert lediglich Mineralablagerungen, ist aber nicht gesundheitlich erforderlich
- Regelmässige Reinigung der Wasserkammer ist wichtiger als die Wasserqualität
- Mineralablagerungen lassen sich einfach mit Essig oder Zitronensäure entfernen
- Europäische Richtlinien erfordern oft kein destilliertes Wasser

Warum entstand der Mythos um destilliertes Wasser?
Die Empfehlung für destilliertes Wasser in CPAP-Geräten entstand hauptsächlich aus praktischen, nicht aus medizinischen Gründen. Gerätehersteller wollten die Lebensdauer ihrer Produkte verlängern und den Wartungsaufwand reduzieren. Destilliertes Wasser hinterlässt keine Mineralablagerungen, was bedeutet, dass die Wasserkammer weniger häufig gereinigt werden muss.[2]
Diese ursprünglich praktische Empfehlung wurde jedoch oft missverstanden und als medizinische Notwendigkeit interpretiert. In der Realität gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass Leitungswasser gesundheitliche Risiken für CPAP-Anwender darstellt, solange grundlegende Hygienemassnahmen eingehalten werden.
Interessant ist auch, dass diese Empfehlung regional stark variiert. Während in nordamerikanischen Märkten oft strikt destilliertes Wasser empfohlen wird, raten europäische und australische Ärzte häufig zur Verwendung von Leitungswasser, sofern dieses trinkbar ist.
Medizinische Fakten zur Wasserqualität bei CPAP
Aus medizinischer Sicht ist die Qualität des eingeatmeten Wasserdampfs entscheidend, nicht die Reinheit des Wassers in der Kammer. Moderne CPAP-Geräte erhitzen das Wasser und erzeugen Dampf, der praktisch frei von Bakterien und anderen Verunreinigungen ist. Dieser Prozess macht potenzielle Keime im Ausgangswasser unschädlich.[3]
Die häufig geäusserte Sorge vor Infektionen durch Leitungswasser ist daher unbegründet. Problematischer sind hingegen unregelmässige Reinigung der Wasserkammer oder die Verwendung von abgestandenem Wasser über mehrere Tage hinweg.
Expertensicht
„Die Reinheit des Wassers ist weniger entscheidend als die regelmässige Hygiene der gesamten CPAP-Ausrüstung. Leitungswasser stellt bei ordnungsgemässer Anwendung kein Gesundheitsrisiko dar.“
- Moderne CPAP-Geräte erzeugen keimfreien Wasserdampf unabhängig von der Ausgangsqualität des Wassers
- Täglicher Wasserwechsel und wöchentliche Reinigung sind wichtiger als die Wasserqualität
- Millionen von Anwendern weltweit nutzen erfolgreich Leitungswasser ohne gesundheitliche Probleme
Praktische Erfahrungen von CPAP-Anwendern
CPAP-Anwender nutzen häufig Leitungswasser, besonders auf Reisen, wo destilliertes Wasser schwieriger zu beschaffen ist. Mineralablagerungen sind dabei das häufigste Problem, lassen sich jedoch einfach entfernen. Diese Erfahrungen zeigen, dass die Nutzung von Leitungswasser in der Praxis gut funktioniert.
Regionale Unterschiede in der Wasserqualität
Die Wasserhärte variiert in der Schweiz erheblich zwischen den Regionen. Während Gebiete mit weichem Wasser kaum Mineralablagerungen verursachen, können Regionen mit hartem Wasser schneller zu Kalkablagerungen in der CPAP-Kammer führen. Diese regionalen Unterschiede beeinflussen die praktische Handhabung, nicht aber die medizinische Sicherheit.[4]
In Gebieten mit sehr hartem Wasser können Anwender feststellen, dass sich häufiger Mineralablagerungen bilden. Dies lässt sich durch häufigere Reinigung oder gelegentliche Verwendung von destilliertem Wasser kompensieren. Die Entscheidung sollte pragmatisch getroffen werden, basierend auf der lokalen Wasserqualität und persönlichen Vorlieben.
Für Reisende innerhalb der Schweiz oder ins Ausland gilt: Das örtliche Trinkwasser ist in der Regel auch für CPAP-Geräte geeignet. Bei Unsicherheiten über die Wasserqualität kann kurzzeitig auf Flaschenwasser ausgewichen werden.
Reinigung und Wartung der Wasserkammer
Die richtige Reinigung der Wasserkammer ist wesentlich wichtiger als die Wahl zwischen destilliertem und Leitungswasser. Eine tägliche Entleerung und Trocknung der Kammer verhindert Bakterienwachstum effektiver als jede Wasserqualität.[5]
Safety-Tipp
- Wechseln Sie das Wasser täglich und lassen Sie die Kammer vollständig trocknen
- Reinigen Sie die Wasserkammer wöchentlich mit warmem Seifenwasser
- Verwenden Sie bei Mineralablagerungen eine milde Essig- oder Zitronensäurelösung
Bei der Bildung von Mineralablagerungen durch Leitungswasser helfen einfache Hausmittel. Eine Lösung aus weissem Essig und Wasser (1:1) oder Zitronensäure löst Kalkablagerungen zuverlässig auf. Nach der Behandlung sollte die Kammer gründlich gespült werden, um Rückstände zu entfernen.
Wichtig ist, die Wasserkammer niemals vollständig leer laufen zu lassen, da dies Ablagerungen begünstigt. Eine Überfüllung der Kammer kann hingegen das ordnungsgemässe Funktionieren des Geräts beeinträchtigen.
Kostenfaktor und Verfügbarkeit
Der finanzielle Aspekt ist nicht unerheblich. Destilliertes Wasser kostet in der Schweiz typischerweise CHF 1-2 pro Liter. Bei täglicher Nutzung und einem Verbrauch von etwa 300-500ml pro Nacht entstehen monatliche Kosten von CHF 15-30 nur für das Wasser.
Leitungswasser kostet hingegen nur wenige Rappen pro Nacht und ist jederzeit verfügbar. Für Vielreisende oder Menschen mit begrenztem Budget stellt die Leitungswassernutzung eine erhebliche Entlastung dar, ohne Kompromisse bei der Therapiequalität oder Sicherheit einzugehen.
Die CPAP-Therapie in Zürich und anderen Schweizer Städten wird oft durch solche praktischen Überlegungen beeinflusst. Patienten, die sich wegen der Wasserkosten Sorgen machen, können beruhigt auf Leitungswasser umsteigen.
Alternative Wasserquellen
Neben Leitungs- und destilliertem Wasser gibt es weitere praktikable Optionen. Gefiltertes Leitungswasser aus handelsüblichen Wasserfiltern reduziert Chlorgeschmack und kann Mineralien teilweise entfernen, ohne die Kosten von destilliertem Wasser zu verursachen.
Flaschenwasser eignet sich ebenfalls für CPAP-Geräte, besonders auf Reisen. Dabei muss es sich nicht um speziell mineralarmes Wasser handeln – jedes Trinkwasser ist geeignet. Bei längeren Aufenthalten kann abgekochtes und abgekühltes Leitungswasser verwendet werden, um eventuelle Chlorrückstände zu reduzieren.
Für Anwender, die dennoch destilliertes Wasser bevorzugen, aber Kosten sparen möchten, gibt es kleine Destilliergeräte für den Hausgebrauch. Diese amortisieren sich bei regelmässiger Nutzung innerhalb weniger Monate.
Internationale Perspektive und Standards
Ein Blick über die Grenzen zeigt deutliche Unterschiede in den Empfehlungen. Während nordamerikanische Hersteller oft strikt destilliertes Wasser fordern, sind europäische und australische Richtlinien liberaler. Deutsche und österreichische Schlafmediziner empfehlen routinemässig Leitungswasser für CPAP-Geräte.
Diese unterschiedlichen Standards deuten darauf hin, dass die Empfehlung für destilliertes Wasser eher kulturell oder rechtlich bedingt ist als medizinisch notwendig. In Ländern mit hoher Trinkwasserqualität wie der Schweiz gibt es medizinisch keinen Grund, auf destilliertes Wasser zu bestehen.
Auch bei der CPAP-Therapie in Bern oder CPAP-Therapie in Luzern orientieren sich Fachkräfte zunehmend an evidenzbasierten Empfehlungen statt an Herstellervorgaben.

Wann professionelle Beratung sinnvoll ist
Obwohl Leitungswasser in den meisten Fällen problemlos verwendbar ist, gibt es Situationen, in denen professionelle Beratung wertvoll ist. Bei ungewöhnlich hartem Wasser, häufigen Atemwegsinfektionen oder besonderen gesundheitlichen Umständen kann eine individuelle Empfehlung hilfreich sein.[6]
Wann ärztlichen Rat einholen?
- Bei häufigen Atemwegsinfektionen trotz regelmässiger CPAP-Reinigung
- Wenn lokale Wasserqualität aufgrund von Verunreinigungen bedenklich ist
- Bei anhaltenden Problemen mit Geruch oder Geschmack trotz ordnungsgemässer Wasserkammerpflege
Fachkräfte können auch bei der optimalen Einstellung der Luftfeuchtigkeit helfen, die wichtiger für den Therapieerfolg ist als die Wasserqualität. Eine zu hohe oder zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann die Therapieakzeptanz beeinträchtigen, unabhängig vom verwendeten Wasser.
Wie Sleep Lab Ihnen helfen kann
Bei Sleep Lab verstehen wir, dass erfolgreiche CPAP-Therapie von vielen praktischen Faktoren abhängt. Unsere Experten beraten Sie gerne zu allen Aspekten Ihrer Therapie, einschliesslich der optimalen Wasserkammerpflege und Geräteeinstellungen.
Unsere umfassenden Betreuungspakete ab CHF 270 umfassen nicht nur die Diagnose, sondern auch praktische Tipps für den Alltag mit CPAP. Bei unserem Komplettpaket für CHF 390 erhalten Sie zusätzlich eine 30-minütige Arztkonsultation, in der alle Ihre Fragen zur Therapie beantwortet werden.
FAQ
Ist Leitungswasser wirklich sicher für CPAP-Geräte?
Ja, Leitungswasser ist medizinisch sicher für CPAP-Geräte. Die Dampferzeugung im Gerät macht potenzielle Keime unschädlich. Wichtig ist die regelmässige Reinigung der Wasserkammer, nicht die Wasserqualität.
Schadet hartes Wasser meinem CPAP-Gerät?
Hartes Wasser kann zu Mineralablagerungen führen, schadet dem Gerät aber nicht dauerhaft. Diese Ablagerungen lassen sich mit Essig oder Zitronensäure einfach entfernen. Die Gerätelebensdauer wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Kann ich auf Reisen Flaschenwasser verwenden?
Absolut. Jedes Trinkwasser, einschliesslich Flaschenwasser, ist für CPAP-Geräte geeignet. Dies macht Reisen einfacher, da destilliertes Wasser nicht überall verfügbar ist.
Wie oft sollte ich die Wasserkammer reinigen?
Entleeren und trocknen Sie die Kammer täglich. Eine gründliche Reinigung mit warmem Seifenwasser sollte wöchentlich erfolgen. Bei Mineralablagerungen verwenden Sie zusätzlich eine milde Essigspülung.
Warum empfehlen manche Hersteller trotzdem destilliertes Wasser?
Hersteller möchten Wartungsaufwand minimieren und Gerätelebensdauer maximieren. Destilliertes Wasser reduziert Reinigungsfrequenz, ist aber medizinisch nicht notwendig. Die Empfehlung ist praktisch, nicht gesundheitlich motiviert.