Schlafprobleme betreffen jeden dritten Schweizer – doch nur wenige wissen, wie eine professionelle Schlafstudie abläuft und welche Erkenntnisse sie liefert. Eine Schlafstudie ist ein diagnostisches Verfahren, das Ihre Schlafqualität objektiv misst und Störungen wie Schlafapnoe, Restless-Legs-Syndrom oder andere Schlaferkrankungen aufdeckt.[1] In der modernen Schlafmedizin können diese Untersuchungen heute bequem zu Hause durchgeführt werden, ohne dass Sie eine Nacht im Spital verbringen müssen.
Eine Schlafstudie, medizinisch Polysomnographie genannt, zeichnet während Ihres Schlafs verschiedene Körperfunktionen auf. Dazu gehören Gehirnaktivität, Augenbewegungen, Muskelspannung, Herzrhythmus, Atmung und Sauerstoffsättigung im Blut. Diese umfassende Datensammlung ermöglicht es Schlafmedizinern, ein detailliertes Bild Ihrer Schlafarchitektur zu erstellen und Abweichungen von normalen Schlafmustern zu identifizieren.
Schlafstudie auf einen Blick
- Misst objektiv Schlafqualität und -störungen über eine ganze Nacht
- Kann heute bequem zu Hause mit Laborqualität durchgeführt werden
- Zeichnet Gehirn-, Herz-, Atem- und Muskelaktivität auf
- Dauert in der Regel 6-8 Stunden während Ihres normalen Schlafs
- Liefert detaillierte Daten für präzise Diagnose und Therapieplanung

Was passiert vor einer Schlafstudie?
Die Vorbereitung auf eine Schlafstudie beginnt bereits einige Tage vor der eigentlichen Messung. Ihr Schlafmediziner wird mit Ihnen ein ausführliches Gespräch über Ihre Schlafgewohnheiten, Beschwerden und medizinische Vorgeschichte führen. Möglicherweise erhalten Sie auch einen Schlaffragebogen, der Ihre subjektiven Erfahrungen dokumentiert.
In den 24 Stunden vor der Studie sollten Sie auf Koffein, Alkohol und starke körperliche Anstrengung verzichten, da diese Faktoren Ihre Schlafqualität beeinflussen können.[2] Falls Sie regelmässig Medikamente einnehmen, besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob diese weiterhin eingenommen werden sollen. Manche Medikamente, insbesondere Schlafmittel, können die Messergebnisse verfälschen.
Bei einer Heimschlafstudie erhalten Sie das Messgerät zusammen mit einer detaillierten Anleitung. Die modernen Geräte sind benutzerfreundlich gestaltet und können ohne medizinische Vorkenntnisse angelegt werden. Ein telefonischer Support steht meist zur Verfügung, falls Fragen aufkommen.
Der Ablauf der Messung
Eine typische Schlafstudie beginnt etwa 2 Stunden vor Ihrer gewohnten Schlafenszeit. Bei einer professionellen Schlafanalyse werden verschiedene Sensoren an Ihrem Körper angebracht, die während der ganzen Nacht Daten sammeln.
Die wichtigsten Messungen umfassen Elektroden am Kopf für die EEG-Aufzeichnung der Gehirnaktivität, Sensoren an den Augen für Augenbewegungen (EOG), Elektroden am Kinn zur Messung der Muskelspannung (EMG) sowie Gurte um Brust und Bauch zur Erfassung der Atemaktivität. Ein Fingersensor misst kontinuierlich die Sauerstoffsättigung Ihres Blutes.
Moderne Heimgeräte verwenden oft vereinfachte Systeme, die dennoch präzise Ergebnisse liefern. Diese konzentrieren sich auf die wichtigsten Parameter wie Atmung, Herzrhythmus und Bewegungen. Die Sensoren sind so konzipiert, dass sie Ihren Schlafkomfort minimal beeinträchtigen.
Während der Messung sollten Sie sich so normal wie möglich verhalten. Gehen Sie zu Ihrer gewohnten Zeit ins Bett, lesen Sie noch etwas oder hören Sie entspannende Musik – alles, was zu Ihrer normalen Abendroutine gehört. Die Geräte zeichnen automatisch auf und erfordern keine aktive Mitarbeit Ihrerseits.

Was wird gemessen und warum?
Jeder Sensor in einer Schlafstudie hat einen spezifischen Zweck. Das EEG misst die elektrische Aktivität Ihres Gehirns und ermöglicht die Einteilung Ihres Schlafs in verschiedene Phasen: Leichtschlaf, Tiefschlaf und REM-Schlaf. Diese Schlafarchitektur gibt Aufschluss darüber, ob Sie erholsam schlafen und alle wichtigen Schlafphasen durchlaufen.
Die Atemüberwachung ist besonders wichtig zur Diagnose von Schlafapnoe, einer Erkrankung, bei der die Atmung während des Schlafs wiederholt aussetzt. Die Sensoren messen nicht nur, ob Sie atmen, sondern auch, wie tief und regelmässig Ihre Atmung ist. Gleichzeitig überwacht die Sauerstoffsättigung, ob Ihr Körper ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.
Herzrhythmus und Blutdruck können ebenfalls aufgezeichnet werden, da Schlafstörungen oft mit Herz-Kreislauf-Problemen zusammenhängen. Beinbewegungen werden gemessen, um das Restless-Legs-Syndrom oder periodische Beinbewegungen zu erkennen, die den Schlaf fragmentieren können.
Die Kombination aller Messwerte ergibt ein umfassendes Bild Ihrer Schlafqualität. Experten können anhand der Daten erkennen, wie oft Sie nachts aufwachen, wie lange es dauert, bis Sie einschlafen, und ob Ihre Schlafphasen normal verteilt sind.
Nach der Schlafstudie: Auswertung und Ergebnisse
Expertensicht
„Eine professionelle Auswertung der Schlafdaten ist entscheidend für eine präzise Diagnose. Moderne Heimschlaflabore können heute dieselbe Qualität liefern wie traditionelle Spitalmessungen, wenn die Daten von erfahrenen Schlafmedizinern interpretiert werden.“
- Automatisierte Vorabanalyse erkennt die wichtigsten Auffälligkeiten
- Ärztliche Bewertung berücksichtigt individuelle Faktoren und Beschwerden
- Detaillierter Befundbericht erklärt Ergebnisse patientenverständlich
Die Auswertung Ihrer Schlafdaten erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst analysiert eine spezialisierte Software die aufgezeichneten Signale und erstellt eine erste Übersicht über Ihre Schlafmuster. Diese automatisierte Analyse kann bereits wichtige Auffälligkeiten wie Atemaussetzer oder ungewöhnliche Herzrhythmusveränderungen identifizieren.
Anschliessend überprüft ein erfahrener Schlafmediziner die Daten manuell. Diese ärztliche Bewertung ist entscheidend, da sie die automatisierten Befunde in den Kontext Ihrer individuellen Beschwerden und Ihrer medizinischen Vorgeschichte stellt. Nur so können präzise Diagnosen gestellt und geeignete Therapieempfehlungen entwickelt werden.
Der Befundbericht, den Sie nach der Auswertung erhalten, erklärt die wichtigsten Ergebnisse in verständlicher Sprache. Typische Parameter sind der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI), der angibt, wie oft pro Stunde Atemaussetzer auftreten, die Schlafeffizienz, die den Anteil der tatsächlichen Schlafzeit an der Zeit im Bett angibt, und die Verteilung der Schlafphasen.[3]
Moderne Heimschlaflabore vs. traditionelle Klinikstudien
Traditionell wurden Schlafstudien ausschliesslich in Spitalschlaflaboren durchgeführt. Patienten mussten eine oder mehrere Nächte in einer klinischen Umgebung verbringen, was oft zu unnatürlichem Schlafverhalten führte. Die fremde Umgebung, ungewohnte Geräusche und das Bewusstsein, überwacht zu werden, beeinflussten häufig die Schlafqualität negativ.
Moderne Heimschlaflabore haben diese Limitationen weitgehend überwunden. Sie ermöglichen es Ihnen, in Ihrer gewohnten Umgebung zu schlafen, was zu natürlicheren und repräsentativeren Messergebnissen führt.[4] Die Technologie ist heute so ausgereift, dass Heimgeräte für viele Fragestellungen dieselbe diagnostische Qualität liefern wie Klinikstudien.
Besonders für die Diagnose von Schlafapnoe sind Heimstudien inzwischen die erste Wahl. Sie sind kostengünstiger, bequemer und liefern oft aussagekräftigere Ergebnisse, da Patienten in ihrer natürlichen Schlafumgebung gemessen werden. Komplexere Fragestellungen oder die Einstellung von Therapiegeräten erfordern manchmal noch eine Kliniküberwachung.
Ein weiterer Vorteil von Heimstudien ist die bessere Verfügbarkeit. Während Termine in Schlaflaboren oft monatelange Wartezeiten haben, können Heimstudien meist innerhalb weniger Tage organisiert werden. Dies ermöglicht eine schnellere Diagnose und frühere Therapieeinleitung.
Häufige Befunde und deren Bedeutung
Die häufigste Diagnose bei Schlafstudien ist die obstruktive Schlafapnoe. Dabei erschlaffen während des Schlafs die Muskeln im Rachenbereich, was zu wiederholten Atemaussetzern führt. Der Körper reagiert mit kurzen Weckreaktionen, um die Atmung wieder zu aktivieren. Betroffene merken diese Aufwachphasen meist nicht bewusst, leiden aber unter Tagesmüdigkeit und Konzentrationsproblemen.
Ein weiterer häufiger Befund ist das Restless-Legs-Syndrom oder periodische Beinbewegungen im Schlaf. Diese unwillkürlichen Bewegungen fragmentieren den Schlaf und verhindern erholsame Tiefschlafphasen. Betroffene wachen oft mit dem Gefühl auf, schlecht geschlafen zu haben, obwohl sie ausreichend lange im Bett lagen.
Störungen der Schlafarchitektur zeigen sich durch eine abnormale Verteilung der Schlafphasen. Zu wenig Tiefschlaf oder REM-Schlaf kann zu mangelnder Erholung führen, auch wenn die Gesamtschlafzeit normal ist. Häufige Aufwachphasen oder verlängerte Einschlafzeiten sind weitere Anzeichen für gestörten Schlaf.[5]
Nicht alle Auffälligkeiten in einer Schlafstudie sind behandlungsbedürftig. Manche Befunde liegen im Grenzbereich zwischen normal und pathologisch. Die Interpretation muss immer im Zusammenhang mit Ihren Beschwerden und Ihrem Leidensdruck erfolgen.
Safety-Tipp
- Führen Sie die Schlafstudie nur durch, wenn Sie sich gesund fühlen - akute Erkrankungen können die Ergebnisse verfälschen
- Informieren Sie vorab über alle Medikamente, die Sie einnehmen, da manche die Messergebnisse beeinflussen können
- Folgen Sie den Anweisungen zur Gerätebedienung genau - unsachgemässer Umgang kann zu ungenauen Messungen führen
Kosten und Kostenübernahme
Die Kosten für eine Schlafstudie variieren je nach Art der Untersuchung und Anbieter. Moderne Heimschlaflabore bieten oft transparente Festpreise zwischen CHF 270 und CHF 390, je nachdem, ob eine ärztliche Auswertung oder ein Arztgespräch eingeschlossen ist.
Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für Schlafstudien in der Regel, wenn eine medizinische Indikation vorliegt. Dazu gehören Beschwerden wie lautes Schnarchen mit Atemaussetzern, ausgeprägte Tagesmüdigkeit ohne erkennbare Ursache oder unruhiger Schlaf mit häufigem Aufwachen. Eine ärztliche Überweisung ist meist erforderlich.
Bei privat organisierten Schlafstudien sollten Sie sich im Vorfeld über mögliche Kosten informieren. Diese Untersuchungen werden meist nicht automatisch übernommen und sind selbst zu finanzieren.
Einzelne Arbeitgeber bieten im Rahmen interner Gesundheitsprogramme Unterstützung an – dies ist jedoch individuell geregelt und sollte im Vorfeld abgeklärt werden.
Bei einem professionellen Schlaf-Check können Sie vorab einschätzen, ob eine weiterführende Untersuchung sinnvoll ist. Dies hilft, unnötige Kosten zu vermeiden und gezielt die richtige Diagnostik zu wählen.
Vorbereitung auf das Arztgespräch
Das Gespräch über Ihre Schlafstudienergebnisse ist ein wichtiger Teil des diagnostischen Prozesses. Bereiten Sie sich vor, indem Sie Fragen zu Ihren Befunden notieren. Typische Fragen könnten sein: «Was bedeuten die gemessenen Werte für meine Gesundheit?», «Welche Behandlungsoptionen gibt es?» oder «Wie dringend ist eine Therapie?»
Bringen Sie auch eine Liste Ihrer aktuellen Beschwerden mit. Auch wenn manche Symptome nicht direkt mit dem Schlaf zusammenhängen zu scheinen – wie Kopfschmerzen am Morgen, Konzentrationsprobleme oder Stimmungsschwankungen – können sie wichtige Hinweise für die Therapieplanung geben.
Falls Sie bereits Massnahmen zur Schlafverbesserung ausprobiert haben, teilen Sie diese Erfahrungen mit. Informationen über die Wirksamkeit von Schlafhygiene-Regeln, Entspannungstechniken oder anderen Ansätzen helfen bei der Auswahl der optimalen Behandlung.
Eine professionelle Schlafberatung kann Ihnen helfen, die Ergebnisse richtig einzuordnen und einen individuellen Therapieplan zu entwickeln. Dabei werden nicht nur die medizinischen Befunde berücksichtigt, sondern auch Ihr Lebensstil und Ihre persönlichen Ziele.
Wann ärztlichen Rat einholen?
- Bei lauten Schnarchgeräuschen mit beobachteten Atemaussetzern
- Wenn extreme Tagesmüdigkeit trotz ausreichender Schlafzeit auftritt
- Bei unruhigem Schlaf mit häufigem nächtlichem Aufwachen ohne erkennbare Ursache
Wie wir Ihnen helfen können
Eine professionelle Schlafstudie ist der erste Schritt zu besserem Schlaf. Bei Sleep Lab führen wir Schlafuntersuchungen mit Laborqualität bequem bei Ihnen zu Hause durch. Unser Team aus erfahrenen Schlafmedizinern bewertet Ihre Daten und entwickelt gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Weg zu erholsamerem Schlaf.
Wenn Sie mehr über unsere Dienstleistungen erfahren möchten oder Fragen zu Ihrem Schlaf haben, nutzen Sie unsere häufig gestellten Fragen oder vereinbaren Sie direkt einen Termin für eine Schlafstudie. Wir begleiten Sie auf dem Weg zu besserem Schlaf – wissenschaftlich fundiert, empathisch und individuell angepasst an Ihre Bedürfnisse.
FAQ
Wie lange dauert eine Schlafstudie?
Eine Standard-Schlafstudie dauert eine Nacht, in der Regel 6-8 Stunden. Die Aufzeichnung beginnt etwa 2 Stunden vor Ihrer gewohnten Schlafenszeit und endet am Morgen. Bei unklaren Ergebnissen kann eine zweite Nacht erforderlich sein.
Ist eine Schlafstudie zu Hause genauso zuverlässig wie im Spital?
Moderne Heimschlaflabore liefern für die meisten Fragestellungen, besonders bei Verdacht auf Schlafapnoe, dieselbe diagnostische Qualität wie Spitaluntersuchungen. Der Vorteil ist sogar, dass Sie in Ihrer gewohnten Umgebung natürlicher schlafen können.
Tut eine Schlafstudie weh oder ist sie unangenehm?
Nein, eine Schlafstudie ist völlig schmerzfrei. Die Sensoren werden mit sanften Klebeelektroden oder elastischen Gurten befestigt. Die meisten Menschen gewöhnen sich schnell daran und können normal schlafen.
Was sollte ich vor einer Schlafstudie beachten?
Verzichten Sie 24 Stunden vorher auf Koffein und Alkohol, duschen Sie am Abend mit normalem Shampoo ohne Pflegestoffe, und gehen Sie zu Ihrer gewohnten Zeit ins Bett. Nehmen Sie Ihre normalen Medikamente ein, ausser Ihr Arzt rät anders.
Wann bekomme ich die Ergebnisse meiner Schlafstudie?
Die Auswertung einer Schlafstudie dauert in der Regel 3-7 Werktage. Sie erhalten einen detaillierten schriftlichen Bericht mit Erklärung der wichtigsten Befunde. Bei auffälligen Werten wird oft zusätzlich ein Arztgespräch angeboten.