Kurzüberblick
- Gelegentliches Schwitzen im Schlaf ist meist harmlos.
- Häufige Ursachen: hormonelle Veränderungen, Infektionen, Stress, Medikamente, ungünstige Schlafumgebung.
- Nachtschweiss kann zu Schlafunterbrechungen, Müdigkeit und Erschöpfung führen.
- Raumtemperatur 16-19 °C, atmungsaktive Kleidung und Entspannung helfen oft.
- Bei langanhaltendem oder starkem Nachtschweiss mit weiteren Symptomen unbedingt ärztlich abklären.
Schwitzen ist ein natürlicher Prozess, mit dem der Körper seine Temperatur reguliert. Auch nachts können wir schwitzen, um überschüssige Wärme abzugeben. Dabei verdunstet die Flüssigkeit auf der Haut, was für einen Kühleffekt sorgt. Gelegentliches Schwitzen im Schlaf ist also kein Grund zur Sorge. Problematisch wird es jedoch, wenn übermässiges Schwitzen (Hyperhidrose) auftritt und zu Schlafstörungen führt (1).
Betroffene wachen häufig durch die plötzliche Hitze oder das Kältegefühl nach dem Schwitzen auf, müssen Kleidung wechseln und haben Schwierigkeiten, erneut einzuschlafen. Langfristig kann dies zu Erschöpfung und Tagesmüdigkeit führen. Ein gesunder Schlafrhythmus ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden von grosser Bedeutung, daher sollten regelmässige Schlafunterbrechungen durch Nachtschweiss nicht unterschätzt werden (1).
Schwitzen im Schlaf hat viele Ursachen, die von harmlosen äusseren Einflüssen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen reichen können. Entscheidend ist, das Schwitzen bewusst zu beobachten und bei Bedarf geeignete Maßnahmen zu ergreifen oder ärztlichen Rat einzuholen (1).
Sicherheit zuerst
- Keine Selbstbehandlung mit starken Medikamenten oder Alkohol: das kann Symptome verschlimmern.
- Antidepressiva und fiebersenkende Medikamente nur nach ärztlicher Rücksprache anpassen.
- Achten Sie bei wiederholtem Nachtschweiss auf begleitende Warnzeichen wie Fieber oder Gewichtsverlust.
- Bei Unsicherheit frühzeitig ärztliche Beratung einholen: insbesondere in Kombination mit chronischen Erkrankungen.
Ursachen für Nachtschweiss
Nachtschweiss kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Die Nachtschweiss Ursachen sind vielfältig und reichen von hormonellen Schwankungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen. Vor allem starkes Schwitzen in der Nacht Frau ist häufig mit einer hormonellen Umstellung verbunden, etwa in den Wechseljahren. Auch eine Hitzewallung in der Nacht zählt zu den häufigsten Beschwerden in dieser Lebensphase. Um die passenden Massnahmen zu finden, ist es wichtig, die individuellen Ursachen Nachtschweiß besser zu verstehen. Hier sind die häufigsten Ursachen im Detail:
- Ungünstige Schlafbedingungen: Zu hohe Raumtemperatur, unpassende Bettwäsche oder Kleidung sind oft die ersten Ursachen. Wenn die Körpertemperatur nachts nicht optimal reguliert wird, beginnt der Körper, durch Schwitzen gegenzusteuern (2).
- Hormonelle Veränderungen: Wechseljahre bei Frauen, hormonelle Schwankungen während der Periode oder hormonelle Umstellungen während der Schwangerschaft und Stillzeit können zu vermehrtem Schwitzen führen. Bei Männern kann ein sinkender Testosteronspiegel in den sogenannten „Männer-Wechseljahren“ ebenfalls Nachtschweiss verursachen. Insbesondere Nachtschweiss bei Männer kann in dieser Lebensphase ein häufiges Symptom hormoneller Umstellungen sein (2).
- Infektionen: Akute Infektionen wie Grippe oder Erkältung, aber auch schwere Infektionen wie Tuberkulose können Nachtschweiss auslösen. Auch COVID-19 wurde bei vielen Betroffenen als Auslöser für starkes Schwitzen genannt (2).
- Chronische Erkrankungen: Stoffwechselstörungen, Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes oder Krebs (z.B. Lymphome) sind bekannte Ursachen für intensiven Nachtschweiss (1).
- Stress und Psyche: Psychische Belastungen wie Angstzustände, Depressionen oder chronischer Stress führen zu einer übermässigen Aktivierung des Nervensystems, was die Schweissproduktion ankurbelt (1).
- Genussmittel und Medikamente: Alkohol, Nikotin und koffeinhaltige Getränke beeinflussen den Wärmehaushalt. Bestimmte Medikamente, wie Antidepressiva oder fiebersenkende Mittel, können ebenfalls Nachtschweiss begünstigen (1).
Wenn Nachtschweiss über längere Zeit anhält oder keine klare Ursache erkennbar ist, sollte unbedingt ein Arzt zurate gezogen werden. Viele Betroffene berichten, dass sie regelmässig unter Schwitzen nachts leiden, auch wenn die Raumtemperatur eigentlich angenehm ist oder keine Erkrankung vorliegt. Gerade das Schwitzen beim Schlafen kann den natürlichen Schlafrhythmus empfindlich stören und die Schlafqualität deutlich reduzieren. Viele Betroffene berichten zudem über regelmässiges Schwitzen in der Nacht, selbst wenn äussere Einflüsse wie Raumtemperatur oder Bettwäsche bereits angepasst wurden. Wenn du unsicher bist, welche Ursachen für Nachtschweiß in deinem Fall infrage kommen, kann eine schlafmedizinische Abklärung helfen. Unser digitales Schlaflabor unterstützt dich dabei, die genauen Ursachen Nachtschweiss zu ermitteln und gezielt zu behandeln (3).
Expertenkommentar von Dr. med. Jens Westphal
«Nachtschweiss ist ein Symptom mit sehr unterschiedlichen Ursachen. Oft reichen einfache Anpassungen wie kühlere Raumtemperatur
oder atmungsaktive Kleidung. Wenn der Nachtschweiss aber über Wochen anhält oder mit Fieber, Gewichtsverlust oder Schmerzen
verbunden ist, muss eine ärztliche Abklärung erfolgen. Besonders bei Infektionen, hormonellen Veränderungen oder Tumorerkrankungen
kann Nachtschweiss ein wichtiges Warnsignal sein.»
Tipps gegen Nachtschweiss
Wenn keine medizinische Ursache vorliegt, können einfache Verhaltensänderungen helfen, das Schwitzen in der Nacht zu reduzieren:
Do’s:
- Atmungsaktive Schlafbekleidung: Wähle Kleidung aus Naturmaterialien wie Baumwolle, Leinen oder Bambus (3).
- Raumtemperatur anpassen: Halte das Schlafzimmer angenehm kühl zwischen 16-19°C. Ein Raumthermometer kann helfen, die Temperatur zu überwachen (3).
- Thermoregulierende Bettwäsche: Eine Sommerdecke oder spezielle, atmungsaktive Bettwäsche verbessert die Luftzirkulation (3).
- Kühlende Kissenbezüge: Materialien wie Seide oder spezielle Klima-Bezüge wirken kühlend (3).
- Warmes Duschen vor dem Schlafen: Ein warmes Bad oder eine warme Dusche hilft, die Körperkerntemperatur zu regulieren und den Einschlafprozess zu erleichtern (2).
- Entspannungstechniken: Meditation, Yoga oder Atemübungen können Stress reduzieren und zu besserem Schlaf führen (2).
- Gesunder Lebensstil: Regelmässige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Wasser helfen dem Körper, optimal zu funktionieren. (2)
Don’ts:
- Vermeide Alkohol am Abend: Alkohol beeinflusst den Schlaf und kann Nachtschweiss verschlimmern (1).
- Keine schweren Mahlzeiten: Scharfe und fettige Speisen kurbeln den Stoffwechsel an, was zu vermehrtem Schwitzen führt (1).
- Verzichte auf spätes Koffein: Koffein stimuliert das Nervensystem und sollte ab dem späten Nachmittag gemieden werden (1).
- Reduziere Stress: Vermeide geistige Anstrengung kurz vor dem Schlafen und finde entspannende Rituale (2).
- Kein Sport direkt vor dem Zubettgehen: Intensive Workouts erhöhen die Körpertemperatur und fördern das Schwitzen (2).
Tipps bei extremer Hitze
Gerade im Sommer ist es schwierig, Nachtschweiss zu vermeiden. Mit diesen Tipps bleibt das Schlafzimmer kühl:
- Fenster und Vorhänge: Halte Fenster tagsüber geschlossen und verdunkele den Raum, um Hitze draussen zu halten.
- Stoßlüften: Lüfte am frühen Morgen oder späten Abend, wenn die Temperaturen niedriger sind.
- Luftbewegung: Ein Ventilator oder Luftzirkulator sorgt für angenehme Luftströme.
- Sommerbettdecke: Verwende eine leichte Decke, die auf heisse Temperaturen abgestimmt ist.
- Feuchte Tücher: Hänge feuchte Handtücher auf, um die Luft zu kühlen.
- Eiskalte Flaschen: Gefrorene Wasserflaschen vor einem Ventilator können eine erfrischende Brise erzeugen.
- Lauwarm duschen: Eine lauwarme Dusche kühlt den Körper langfristig.
Erfahrungsbericht
«Ich wachte jede Nacht schweißgebadet auf und musste die Bettwäsche wechseln. Nach der Abklärung bei SleepLab stellte sich heraus,
dass hormonelle Schwankungen in den Wechseljahren die Ursache waren. Mit einfachen Tipps zur Schlafhygiene und einer Anpassung
meiner Lebensgewohnheiten schlafe ich inzwischen wieder ruhiger.» – Claudia, 52, Bern (Name geändert)
Wann ist Nachtschweiss gefährlich?
Hält Nachtschweiss über Wochen an oder treten zusätzliche Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust, Müdigkeit oder Schmerzen auf, ist ein Arztbesuch dringend zu empfehlen. Insbesondere chronischer Nachtschweiss ohne erkennbare Ursache sollte medizinisch abgeklärt werden. Dies gilt auch für Nachtschweiß bei Männern, der über längere Zeit anhält und nicht auf äussere Faktoren zurückzuführen ist (2).
Mögliche Erkrankungen sind Infektionen, Schilddrüsenprobleme oder sogar Krebserkrankungen (3).
Ein Arzt wird in der Regel die Krankengeschichte erfragen, Blutuntersuchungen durchführen und gegebenenfalls bildgebende Verfahren anwenden, um die genaue Ursache zu ermitteln.
FAQ zu Nachtschweiss
Wann sollte ich mir wegen Nachtschweiss Sorgen machen?
Wenn Nachtschweiss regelmäßig über mehrere Wochen auftritt, sehr stark ist oder mit Symptomen wie Fieber, Gewichtsverlust, starker Müdigkeit oder Schmerzen einhergeht, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Auch bei plötzlich neu auftretendem Nachtschweiss ohne erkennbare Ursache ist Vorsicht geboten (1).
Welche Krankheiten lösen Nachtschweiss aus?
Häufige Ursachen sind Infektionen (z. B. Tuberkulose, HIV, Endokarditis), hormonelle Störungen (z. B. Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes), obstruktive Schlafapnoe, gastroösophagealer Reflux, psychische Erkrankungen (z. B. Depression, Angst) sowie Nebenwirkungen von Medikamenten. Auch maligne Erkrankungen sind mögliche Auslöser (2).
Bei welchen Krebsarten hat man Nachtschweiss?
Nachtschweiss tritt besonders bei hämatologischen Tumoren auf, z. B. bei Lymphomen (Morbus Hodgkin, Non-Hodgkin-Lymphome) und Leukämien. Auch solide Tumoren können Nachtschweiss verursachen, allerdings seltener. Meist sind Nachtschweiss, Fieber und Gewichtsverlust gemeinsam („B-Symptome“) ein Warnsignal (4).
Welcher Mangel bei Nachtschweiss?
Ein direkter Zusammenhang besteht am häufigsten mit einem Hormon- oder Vitaminmangel. Ein Vitamin-D-Mangel und in manchen Fällen Vitamin-B12-Mangel wurden mit erhöhter Schweissneigung in Verbindung gebracht. Auch Eisenmangel (z. B. bei Anämie) kann indirekt Nachtschweiss begünstigen. Wichtig ist aber: Häufig liegt die Ursache nicht in einem Nährstoffmangel, sondern in anderen Faktoren (1).
Wann sollte ich ärztliche Hilfe suchen?
- Wenn Nachtschweiss über mehrere Wochen anhält.
- Wenn zusätzliche Symptome wie Fieber, Schmerzen, Müdigkeit oder ungewollter Gewichtsverlust auftreten.
- Wenn Nachtschweiss trotz optimaler Schlafumgebung und gesundem Lebensstil bestehen bleibt.
- Bei bekannten Erkrankungen (z. B. Schilddrüse, Diabetes, Krebs) und neu auftretendem Nachtschweiss.
Tipp: SleepLab bietet eine Schlafanalyse zu Hause: bequem, sicher und in der Schweiz.
Fazit: Was tun bei Nachtschweiss?
Nachtschweiss ist oft harmlos und durch einfache Massnahmen wie optimierte Schlafbedingungen, richtige Kleidung und Stressabbau vermeidbar. Bei anhaltendem Schwitzen oder begleitenden Beschwerden solltest du jedoch einen Arzt aufsuchen. Die richtige Behandlung kann helfen, den Schlaf wieder ungestört und erholsam zu gestalten.


