Halskrause zum Schlafen: Wann sinnvoll und wie anwenden

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel sind nur für Bildungszwecke gedacht und sollen keine professionelle medizinische Beratung ersetzen. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bevor Sie neue Behandlungen ausprobieren.

Eine Halskrause zum Schlafen kann bei verschiedenen Beschwerden eine Unterstützung bieten – von Nackenschmerzen bis hin zu bestimmten Formen der Schlafapnoe. Während viele Menschen diese Hilfsmittel zunächst skeptisch betrachten, berichten Anwender von überraschend positiven Erfahrungen. Die richtige Auswahl und Anwendung entscheidet jedoch massgeblich über den Erfolg.

Halskrause zum Schlafen - die wichtigsten Punkte

  • Weiche Zervikalstützen können bei leichter Schlafapnoe und Nackenbeschwerden hilfreich sein
  • Die richtige Passform ist entscheidend - schlecht sitzende Krausen können Probleme verschlimmern
  • Eine Eingewöhnungszeit von mehreren Nächten ist normal
  • Nicht alle Anwender vertragen Halskrausen - individuelle Reaktionen variieren stark
  • Bei anhaltenden Beschwerden ist eine ärztliche Abklärung unerlässlich


Wann kann eine Halskrause beim Schlafen helfen?

Halskrausen beim Schlafen werden hauptsächlich in drei Bereichen eingesetzt: bei Nackenbeschwerden, zur Unterstützung der Atemwege und nach Verletzungen. Besonders interessant ist die mögliche Anwendung bei leichten Formen der Schlafapnoe. Durch die Stabilisierung der Halswirbelsäule und die leichte Anhebung des Kinns kann eine weiche Zervikalstütze dazu beitragen, die Atemwege offener zu halten.[1]

Menschen mit wiederkehrenden Nackenverspannungen erleben oft eine Verbesserung ihrer Schlafqualität, wenn sie eine geeignete Stütze verwenden.[2] Die Halskrause verhindert ungünstige Schlafpositionen, die zu morgendlichen Schmerzen und Steifheit führen können. Dabei ist wichtig zu verstehen, dass nicht jede Art von Nackenschmerz von einer Schlafkrause profitiert.

Nach bestimmten Verletzungen oder Operationen im Hals-Nacken-Bereich kann eine nächtliche Stabilisierung medizinisch notwendig sein. In solchen Fällen wird die Anwendung jedoch immer vom behandelnden Arzt verordnet und überwacht.

Arten von Halskrausen für den Schlaf

Für die nächtliche Anwendung eignen sich hauptsächlich weiche Zervikalstützen oder spezielle Reisekissen mit Halsfunktion. Harte, medizinische Halskrausen sind für den Schlaf meist ungeeignet, da sie den Komfort stark beeinträchtigen und zu Druckstellen führen können.[3]

Weiche Schaumstoffkrausen passen sich der individuellen Anatomie an und bieten dennoch ausreichend Unterstützung. Sie sind meist mit einem Klettverschluss verstellbar und ermöglichen verschiedene Festigkeitsgrade. Aufblasbare Varianten bieten den Vorteil, dass sich der Druck individuell anpassen lässt.

Reisekissen in U-Form können eine Alternative darstellen, besonders für Menschen, die eine klassische Halskrause als zu einschränkend empfinden. Sie stabilisieren den Nacken seitlich und verhindern das Abknicken des Kopfes während des Schlafs.

Richtige Anwendung und Eingewöhnung

Die korrekte Anpassung einer Schlafkrause erfordert Geduld und möglicherweise mehrere Anläufe. Die Krause sollte fest genug sitzen, um Stabilität zu bieten, aber nicht so eng, dass sie die Atmung behindert oder Druckgefühle verursacht. Ein Finger sollte noch zwischen Krause und Hals passen.[4]

Viele Anwender berichten von einem anfänglichen Klaustrophobiegefühl, das sich jedoch nach einigen Nächten legt. Es empfiehlt sich, mit kürzeren Tragezeiten zu beginnen und diese schrittweise zu verlängern. Manche Menschen tragen die Krause nur in der ersten Nachthälfte, bis sie sich an das Gefühl gewöhnt haben.

Die Schlafposition spielt eine wichtige Rolle: Rückenschläfer profitieren meist am meisten von Halskrausen, während Seitenschläfer möglicherweise Anpassungen an ihrer gewohnten Position vornehmen müssen. Bauchschläfer sollten besonders vorsichtig sein, da die Kombination aus Halskrause und Bauchlage zu Atembeschwerden führen kann.[5]

Expertensicht

„Eine weiche Halskrause kann bei bestimmten Schlafproblemen durchaus hilfreich sein, sollte aber niemals als Dauerlösung betrachtet werden. Wichtig ist die individuelle Anpassung und die Beobachtung der Körperreaktionen.“

  • Weiche Stützen sind für nächtliche Anwendung besser geeignet als harte medizinische Krausen
  • Bei Schlafapnoe kann eine leichte Kinnanhebung die Atemwege unterstützen
  • Eine professionelle Schlafanalyse hilft bei der Beurteilung der tatsächlichen Wirksamkeit

– Dr. med. J. Westphal ist Facharzt & Praktischer Arzt (FMH) mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen in der Schweiz. Sein Fokus liegt auf modernen, wohnortnahen Behandlungskonzepten, die den Alltag der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Bei SleepLab begleitet er Menschen auf dem Weg zu besserem Schlaf – wissenschaftlich fundiert, empathisch und individuell.

Mögliche Risiken und Nebenwirkungen

Obwohl Halskrausen zum Schlafen grundsätzlich als sicher gelten, können unerwünschte Wirkungen auftreten. Schlecht angepasste Krausen können zu Druckstellen, Hautreizungen oder sogar zu einer Verschlechterung bestehender Beschwerden führen.

Ein besonderes Risiko besteht darin, dass eine zu fest sitzende Krause die natürliche Bewegungsfreiheit des Halses einschränkt und dadurch zu Muskelverspannungen führt. Manche Anwender berichten von verstärkten Kopfschmerzen oder einem Gefühl der Steifheit am Morgen.

Bei Menschen mit bestimmten anatomischen Besonderheiten, wie einem ausgeprägten Überbiss, kann eine Halskrause die Kieferstellung ungünstig beeinflussen. In solchen Fällen ist eine individuelle Beratung durch einen Fachmann unerlässlich.

Safety-Tipp

  • Beginnen Sie mit kurzen Tragezeiten von 2-3 Stunden und steigern Sie diese schrittweise
  • Die Krause sollte nie so eng sitzen, dass sie die Atmung behindert oder Schmerzen verursacht
  • Bei anhaltenden Beschwerden oder Verschlechterung der Symptome sollten Sie die Anwendung sofort beenden

Alternativen zur Halskrause

Nicht jeder Mensch verträgt eine Halskrause zum Schlafen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Alternativen, die ähnliche Unterstützung bieten können. Ergonomische Kopfkissen mit Nackenunterstützung sind oft eine komfortable erste Wahl.

Mouth-Taping, bei dem der Mund während des Schlafs sanft verschlossen wird, kann bei leichter Schlafapnoe eine Alternative darstellen. Diese Methode fördert die Nasenatmung und kann indirekt die Atemwegsposition verbessern.

Spezielle Lagerungskissen oder Keile können helfen, eine günstige Schlafposition beizubehalten, ohne den Hals direkt zu umschliessen. Für Menschen mit Schlafapnoe bleibt die CPAP-Therapie der Goldstandard, auch wenn sie für manche Patienten gewöhnungsbedürftig ist.

Kosten und Verfügbarkeit in der Schweiz

Weiche Halskrausen für den Schlaf sind in der Schweiz in Apotheken, Sanitätshäusern und online erhältlich. Die Preise variieren je nach Material und Qualität zwischen CHF 20 und CHF 80. Hochwertige, atmungsaktive Modelle kosten meist zwischen CHF 40 und CHF 60.

Die Krankenkasse übernimmt die Kosten nur in seltenen Fällen, wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt und ein ärztliches Rezept vorhanden ist. Bei präventiver Anwendung oder bei Komfortbeschwerden müssen die Kosten selbst getragen werden.

In grösseren Städten wie Zürich, Basel oder Bern bieten spezialisierte Sanitätshäuser oft eine individuelle Beratung und Anpassung an. Dies kann besonders bei komplexeren Beschwerdebildern sinnvoll sein.

Individuelle Erfolgsaussichten einschätzen

Nicht jeder Mensch profitiert gleichermassen von einer Halskrause zum Schlafen. Die Erfolgsaussichten hängen von verschiedenen Faktoren ab: der Art der Beschwerden, der individuellen Anatomie, den Schlafgewohnheiten und der Bereitschaft zur Eingewöhnung.

Menschen mit leichten bis mittleren Nackenbeschwerden haben oft gute Erfahrungen gemacht. Bei schwerwiegenderen Problemen wie ausgeprägter Schlafapnoe oder chronischen Schmerzen sollten Halskrausen nur als ergänzende Massnahme betrachtet werden.

Eine professionelle Schlafanalyse kann helfen zu beurteilen, ob eine Halskrause tatsächlich zur Verbesserung der Schlafqualität beiträgt.[6] Moderne Messverfahren zeigen objektiv, ob sich die Atemparameter oder die Schlafarchitektur durch die Verwendung einer Stütze verbessern.

Wann ärztlichen Rat einholen?

  • Bei anhaltenden oder sich verschlechternden Nackenschmerzen trotz Halskrause
  • Wenn Sie regelmässig mit Kopfschmerzen oder Benommenheit aufwachen
  • Bei Verdacht auf Schlafapnoe oder andere schlafbezogene Atemstörungen

Wie Sleep Lab helfen kann

Bei Sleep Lab verstehen wir, dass der Weg zu besserem Schlaf oft verschiedene Ansätze erfordert. Wenn Sie überlegen, eine Halskrause zum Schlafen zu verwenden, oder bereits Erfahrungen damit gemacht haben, kann eine professionelle Einschätzung Ihrer Schlafqualität wertvolle Erkenntnisse liefern.

Unsere Schlafberatung umfasst eine detaillierte Analyse Ihrer nächtlichen Erholung und kann aufzeigen, ob eine Halskrause in Ihrem speziellen Fall sinnvoll ist. Mit modernen Messverfahren, die Sie bequem zu Hause durchführen können, erhalten Sie objektive Daten über Ihre Schlafqualität.

Falls sich herausstellt, dass eine Halskrause nicht die optimale Lösung ist, entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen alternative Strategien für einen erholsamen Schlaf.[7] Unser Ziel ist es, Ihnen zu der Ruhe zu verhelfen, die Sie für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden benötigen.

FAQ

Kann ich eine Halskrause jede Nacht verwenden?

Grundsätzlich ist eine tägliche Anwendung möglich, sollte aber nur nach einer Eingewöhnungsphase erfolgen. Bei dauerhafter Nutzung ist es wichtig, die Reaktion Ihres Körpers zu beobachten und regelmässig Pausen einzulegen, um eine Abhängigkeit zu vermeiden.

Hilft eine Halskrause bei Schnarchen?

Eine weiche Halskrause kann bei leichtem Schnarchen helfen, indem sie die Atemwege durch eine veränderte Kopfhaltung offener hält. Bei ausgeprägtem Schnarchen oder Schlafapnoe ist jedoch eine ärztliche Abklärung notwendig.

Wie erkenne ich, ob die Halskrause richtig sitzt?

Die Krause sollte fest genug sitzen, um Stabilität zu bieten, aber nicht einschnüren. Sie sollten noch einen Finger zwischen Krause und Hals schieben können. Bei Druckgefühlen, Atembeschwerden oder verstärkten Schmerzen ist die Anpassung zu überprüfen.

Was kostet eine geeignete Schlafkrause in der Schweiz?

Qualitativ hochwertige weiche Halskrausen kosten in der Schweiz zwischen CHF 40 und CHF 60. Günstigere Modelle ab CHF 20 sind erhältlich, bieten aber möglicherweise weniger Komfort und Haltbarkeit.

Wann sollte ich die Halskrause nicht verwenden?

Verzichten Sie auf die Anwendung bei akuten Verletzungen, unklaren Nackenschmerzen, Schluckbeschwerden oder wenn Sie sich unwohl damit fühlen. Bei bestehenden Erkrankungen der Halswirbelsäule sollten Sie vorher ärztlichen Rat einholen.

Fazit in Kürze

  • Weiche Halskrausen können bei Nackenbeschwerden und leichter Schlafapnoe hilfreich sein.
  • Wichtig sind die individuelle Passform und eine ärztliche Abklärung bei anhaltenden Symptomen.
  • Alternativen wie ergonomische Kissen oder CPAP können je nach Ursache besser geeignet sein.

Redaktionelle Qualität bei SleepLab:
Alle Inhalte auf sleeplab.ch folgen strengen Redaktionsrichtlinien, die auf wissenschaftlicher Evidenz, Patientensicherheit und Nachvollziehbarkeit beruhen. Unsere medizinischen Inhalte werden zusätzlich von erfahrenen Ärzten aus der Schweiz wie Dr. med. Jens Westphal oder Almedina Berisha geprüft.

Mehr zur medizinischen Qualitätssicherung bei SleepLab.

Über den Autor

Dr. med. J. Westphal ist Facharzt & Praktischer Arzt (FMH) mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen in der Schweiz. Sein Fokus liegt auf modernen, wohnortnahen Behandlungskonzepten, die den Alltag der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Bei SleepLab begleitet er Menschen auf dem Weg zu besserem Schlaf – wissenschaftlich fundiert, empathisch und individuell.

Mehr über das Team hinter sleeplab.ch: sleeplab.ch/ueber-sleeplab

  1. National Library of Medicine. (2025). PubMed. U.S. National Institutes of Health. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  2. National Library of Medicine. (2025). PubMed. U.S. National Institutes of Health. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  3. American Academy of Sleep Medicine. (2025, November 3). New guideline provides treatment recommendations for restless legs syndrome. https://aasm.org/new-guideline-provides-treatment-recommendations-for-restless-legs-syndrome/
  4. Perkins, G. D., Gräsner, J.-T., Semeraro, F., Olavseengen, T., Soar, J., Lott, C., Van de Voorde, P., Madar, J., Zideman, D., Mentzelopoulos, S., Bossaert, L., Greif, R., Monsieurs, K., Svaarsdóttir, H., & Nolan, J. P. (2021). Leitlinien des European Resuscitation Council 2021. Resuscitation, 161, 1–60. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8170635/
  5. American Academy of Sleep Medicine. (n.d.). Practice guidelines. https://aasm.org/clinical-resources/practice-standards/practice-guidelines/
  6. Budweiser, S. (2021). Bauchlage des wachen Patienten senkt Intubationsrate und Mortalität. Pneumologie, 75(12), 748–754. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8526092/
  7. Kapur, V. K., Auckley, D. H., Chowdhuri, S., Kuhlmann, D. C., Mehra, R., Ramar, K., & Harrod, C. G. (2017). Clinical practice guideline for diagnostic testing for adult obstructive sleep apnea: An American Academy of Sleep Medicine clinical practice guideline. Journal of Clinical Sleep Medicine, 13(3), 479–504. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5337595/

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