Kurzübersicht: Reisen mit dem CPAP-Gerät
- Handgepäck: CPAP-Geräte gelten als medizinisches Equipment und dürfen meist zusätzlich mitgeführt werden.
- Flugzeug: Nutzung oft erlaubt, aber vorher mit Airline klären; FAA-Bescheinigung mitführen.
- Wohnmobil/Camping: Akkus oder 12-Volt-Adapter nutzen, um Therapie nicht zu unterbrechen.
- Zoll: Zollbescheinigung + englische ärztliche Bestätigung mitnehmen.
- Hygiene: Unterwegs regelmässig reinigen (Reinigungstücher, Trocknung des Schlauchs).
- Ersatzteile: Maskenkissen, Schlauch und Adapter immer als Reserve dabeihaben.
Ob beruflich oder privat, das Reisen mit einem CPAP-Gerät kann eine Herausforderung darstellen. Doch Ihre Schlafapnoetherapie muss auch unterwegs nicht ausfallen! Mit der richtigen Vorbereitung und einigen praktischen Tipps können Sie sicherstellen, dass Ihre CPAP-Therapie nahtlos weitergeht. In diesem Artikel geben wir Ihnen hilfreiche Informationen, wie Sie Ihr CPAP-Reisegerät am besten nutzen und was es beim Transport, Flugreisen, im Wohnmobil und in verschiedenen Ländern zu beachten gibt.
CPAP-Reisegerät: Flexibel unterwegs

Ein CPAP-Reisegerät ist kompakt, leicht und speziell für Reisen entwickelt, sodass es einfach im Koffer oder Handgepäck verstaut werden kann. Diese mobilen Geräte verfügen häufig über einen Akku, sodass sie auch ohne ständige Stromversorgung betrieben werden können – ideal für Flugreisen, Camping oder Übernachtungen im Wohnmobil. Ein CPAP-Reisegerät mit Akku bietet Ihnen die notwendige Flexibilität, insbesondere bei Outdoor-Aktivitäten oder Reisen an abgelegene Orte, wo eine regelmäßige Stromversorgung nicht immer gewährleistet ist (1).
Das CPAP-Gerät im Flugzeug nutzen
Falls Sie mit dem Flugzeug reisen, beispielsweise mit der Fluggesellschaft Condor, sollten Sie im Voraus die Bestimmungen zur Mitnahme eines Schlafapnoe-Geräts klären. CPAP-Geräte gelten in der Regel als medizinische Ausrüstung und werden oft zusätzlich zum Handgepäck erlaubt. Eine Zollbescheinigung für das CPAP-Gerät kann dabei helfen, unnötige Probleme zu vermeiden. Zudem ist es ratsam, bei der Fluggesellschaft anzufragen, ob eine Nutzung des Geräts während des Fluges möglich ist und welche Bedingungen erfüllt werden müssen. Stellen Sie sicher, dass Sie auch eine FAA-Flugtauglichkeitsbescheinigung dabeihaben, um eventuelle Nachfragen zu klären (1).
Patientenbericht: „Ohne Sorgen nach Spanien geflogen“
„Früher hatte ich Angst, meine CPAP-Therapie im Urlaub zu unterbrechen. Mit meinem Reisegerät und einer englischen Arztbestätigung konnte ich problemlos ins Flugzeug steigen. Selbst im Hotelzimmer funktionierte alles: ich habe besser geschlafen als gedacht.“
– S., 58 Jahre
CPAP-Gerät im Koffer oder Handgepäck mitnehmen
Beim Reisen mit dem CPAP-Gerät stellt sich oft die Frage, ob es besser im Koffer oder im Handgepäck transportiert werden sollte. Wir empfehlen, das CPAP-Gerät im Handgepäck mitzunehmen. So haben Sie es jederzeit griffbereit und minimieren das Risiko, dass es im aufgegebenen Gepäck beschädigt wird. Denken Sie daran, auch Adapter für internationale Steckdosen mitzunehmen, wenn Sie ins Ausland reisen. Ein Adapter-Set, das die verschiedenen Steckertypen abdeckt, ist besonders praktisch für Reisen in mehrere Länder (1).
Reisen im Wohnmobil mit dem CPAP-Gerät
Viele Menschen mit Schlafapnoe reisen gerne im Wohnmobil. Auch hier ist es wichtig, die CPAP-Therapie beizubehalten. Ein CPAP-Reisegerät mit Akku oder ein Adapter für die 12-Volt-Steckdose des Fahrzeugs kann Ihnen eine flexible Lösung bieten. Vergewissern Sie sich vorab, dass alle notwendigen Kabel und Stecker vorhanden sind, um Ihr Gerät im Wohnmobil anschließen zu können. Einige Geräte verfügen über spezielle Gleichstromadapter, die sich ideal für den Einsatz im Wohnmobil eignen, sodass Sie Ihre Therapie auch während längerer Reisen fortsetzen können (2).
Zollbescheinigung und wichtige Dokumente
Damit es beim Zoll oder an Sicherheitskontrollen keine Probleme gibt, sollten Sie eine Zollbescheinigung für Ihr CPAP-Gerät mitführen. Diese Bescheinigung bestätigt, dass es sich um ein medizinisches Gerät handelt, das für Ihre Gesundheit notwendig ist. Zudem empfiehlt es sich, eine Bescheinigung Ihres Arztes in englischer Sprache mitzunehmen, die die Notwendigkeit der CPAP-Therapie erklärt. Diese Dokumente können nicht nur beim Zoll hilfreich sein, sondern auch bei Sicherheitskontrollen an Flughäfen oder anderen Grenzübergängen. Auch eine Kopie Ihres Behandlungsplans kann hilfreich sein, um Missverständnisse zu vermeiden (2).
Expertenmeinung: CPAP-Therapie nie unterbrechen
„Eine CPAP-Pause auf Reisen führt schnell zu Rückfällen: Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme und kardiovaskuläre Risiken nehmen sofort wieder zu. Dank moderner Reisegeräte mit Akku gibt es heute kaum noch Gründe, die Therapie zu unterbrechen.“
Dr. med. Jens Westphal · Praktischer Arzt (FMH), ambulante Schlafmedizin
Tipps für die Reinigung und Wartung unterwegs
Vergessen Sie nicht, auch unterwegs für eine regelmäßige Reinigung Ihres CPAP-Geräts zu sorgen. Reinigungstücher sind praktisch für die schnelle Pflege auf Reisen. Achten Sie darauf, den CPAP-Schlauch regelmäßig zu trocknen, um die Ansammlung von Bakterien zu vermeiden. Solche praktischen Helfer, wie z. B. CPAP-Reinigungstücher, finden Sie in Drogeriemärkten wie Rossmann oder dm. Ein CPAP-Reinigungsgerät kann ebenfalls eine nützliche Ergänzung sein, besonders wenn Sie längere Reisen planen. Diese Geräte bieten eine bequeme Möglichkeit, Ihre CPAP-Ausstattung hygienisch zu halten, ohne dass aufwändige Reinigungsverfahren notwendig sind (2).

Zusätzliche Tipps für einen reibungslosen Ablauf
- Ersatzteile einpacken: Packen Sie immer ein Ersatz-Maskenkissen und gegebenenfalls einen Ersatzschlauch ein, um auf unvorhergesehene Situationen vorbereitet zu sein. Ersatzteile sind auf Reisen oft schwer zu beschaffen (3).
- Sicherheitsbestimmungen beachten: Informieren Sie sich frühzeitig über die Bestimmungen der jeweiligen Fluggesellschaft oder des Reiseunternehmens. In vielen Fällen wird das CPAP-Gerät als medizinische Ausrüstung anerkannt und kann zusätzlich zum Handgepäck mitgeführt werden (3).
- Stromversorgung sicherstellen: Wenn Sie planen, in ländliche Gegenden oder in die Natur zu reisen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie über eine ausreichende Stromversorgung verfügen. Akkus und Adapter für verschiedene Stromquellen können hier Abhilfe schaffen (3).
Safety-Tipp
- Vor Flugreisen: Airline rechtzeitig informieren, FAA-Bescheinigung mitnehmen.
- Reinigung: Gerät auch unterwegs täglich reinigen, um Infektionen vorzubeugen.
- Notstrom: Akku oder Powerbank mitführen, besonders bei Camping und langen Fahrten.
- Adapter: Internationale Steckdosenadapter einpacken.
Fazit
Das Reisen mit einem CPAP-Gerät erfordert etwas Planung, aber es gibt viele Möglichkeiten, die CPAP-Therapie auch unterwegs fortzusetzen. Ob im Flugzeug, im Wohnmobil oder bei einem Campingausflug – mit einem passenden CPAP-Reisegerät und den richtigen Vorbereitungen können Sie für einen erholsamen Schlaf sorgen, wo auch immer Sie sind. Sleeplab.ch unterstützt Sie dabei, die richtige Ausstattung zu finden und berät Sie, wie Sie Ihre Therapie optimal auch auf Reisen durchführen können. Zudem stehen wir Ihnen bei Fragen zur Handhabung und Anpassung Ihrer Geräte zur Verfügung, sodass Sie sich auch unterwegs auf eine effektive Schlaftherapie verlassen können.
Wann sollte ich ärztliche Hilfe suchen?
- Wenn trotz CPAP-Reisegerät massive Tagesmüdigkeit oder Atempausen auftreten.
- Bei technischen Problemen, die die Therapie verhindern (z. B. Undichtigkeiten, fehlende Luftzufuhr).
- Wenn neue Symptome wie Brustschmerzen, anhaltende Luftnot oder Herzrhythmusstörungen auftreten.
- Vor langen Flugreisen mit bekannten Herz-/Lungenproblemen ärztlich Rücksprache halten.
Häufig gestellte Fragen zu CPAP Reisen
Darf ich mein CPAP-Gerät im Flugzeug mitnehmen?
Ja. CPAP/APAP/BiPAP gelten als medizinische Geräte und sind im Handgepäck erlaubt; sie müssen an der Sicherheitskontrolle separat geröntgt werden. Die Nutzung an Bord hängt von der Airline ab; führen Sie ggf. eine FAA-Konformitäts-/Reisetauglichkeitsbescheinigung mit (4), (5).
Wo finde ich eine Flugsbescheinigung für mein CPAP-Gerät?
Hersteller stellen FAA-/Reise-Konformitätsbriefe bereit (zum Mitführen im Flugzeug). Beispiel ResMed (PDF) (6).
Wie oft zahlt die Krankenkasse eine CPAP-Maske?
In der Schweiz erfolgt die Vergütung über die MiGeL (OKP). Die konkreten Ersatzintervalle legt die Versorgungspraxis fest; die Lungenliga nennt „Maske oder Teile davon: ein- bis zweimal pro Jahr“ (7).
Sind CPAP Masken laut?
Die Maske selbst ist nicht laut; wahrnehmbarer Schall stammt meist vom Gerät (typisch ~25–30 dBA nach ISO-Messung) oder von Leckagen an der Maske. Bench-Tests berichten je nach Messaufbau ~30–40 dB.
Belege: ResMed AirSense 11 (25–27 dBA) (8).
Welches ist das leiseste CPAP-Gerät?
Es gibt keine peer-reviewte Rangliste aller Modelle; moderne Geräte liegen nach ISO 80601-2-70 meist im Bereich ≈25–30 dBA (je nach Setup). Unterschiede sind klein – wichtiger sind Passform, Leckagemanagement und Funktionen. Hersteller geben die Messwerte im Handbuch an (z. B. 25–27 dBA).
Belege: ISO 80601-2-70 (Geräuschmessung) (8).
Welche gesundheitlichen Nachteile hat das Schlafen auf dem Bauch für Menschen mit Schlafapnoe?
Zur OSA selbst zeigt Forschung: Bauchlage kann AHI teils senken (vs. Rückenlage). Nachteile betreffen eher Muskuloskelett (mehr Nacken-/Rückenbeschwerden bei Bauchdominanz) und CPAP-Praxis (höheres Risiko für Masken-Leckagen/Verlagerung) (9).
Kann CPAP zu Gewichtszunahme führen?
Eine Meta-analyse fand unter CPAP eine kleine, aber signifikante BMI-Zunahme (WMD ≈ +0.15 kg/m²). Klinisch meist gering, aber relevant für Gewichtsmanagement (10).
Wie viel Prozent Behinderung kriegt man bei Schlafapnoe?
Es gibt keinen festen Prozentsatz; in der Schweiz wird der Invaliditätsgrad individuell aus der Erwerbseinbusse berechnet (IV). OSA kann je nach Funktionsbeeinträchtigung Einfluss haben, aber Prozentwerte sind Fall-zu-Fall-Entscheide (11).
Warum ist das Ausatmen mit CPAP schwer?
CPAP hält einen positiven Druck aufrecht; dadurch muss beim Ausatmen gegen diesen Druck gearbeitet werden. Geräte mit Expiratory Pressure Relief (EPR/C-Flex u. ä.) senken den Ausatemwiderstand und verbessern den Komfort/Adhärenz (12).
