Nächtliches Stöhnen kann für Betroffene und ihre Schlafpartner gleichermassen belastend sein. Wenn Sie sich fragen, warum Sie im Schlaf stöhnen, sind Sie nicht allein mit diesem Problem. Viele Menschen erleben unbewusste Geräusche während des Schlafs, ohne sich daran zu erinnern oder die Ursache zu verstehen.
Das Wichtigste zu nächtlichem Stöhnen
- Catathrenia (schlafbezogenes Stöhnen) ist eine erkannte Schlafstörung, die hauptsächlich während der Ausatmung auftritt
- Die Geräusche entstehen meist unbewusst und werden von Betroffenen selbst oft nicht wahrgenommen
- In den meisten Fällen ist nächtliches Stöhnen harmlos und birgt keine gesundheitlichen Risiken
- Häufig tritt das Stöhnen familiär gehäuft auf, was auf eine mögliche genetische Komponente hindeutet
- Eine professionelle Abklärung kann andere Schlafstörungen ausschliessen und Gewissheit schaffen
Nächtliches Stöhnen unterscheidet sich deutlich von anderen schlafbezogenen Geräuschen wie Schnarchen oder Sprechen im Schlaf. Die Geräusche entstehen typischerweise während der Ausatemphase und können von leisen Seufzern bis zu deutlich hörbaren Stöhnlauten reichen.
Was ist Catathrenia?
Catathrenia, auch als schlafbezogenes Stöhnen bezeichnet, ist eine spezielle Form der Parasomnie[1]. Bei dieser Störung produzieren Betroffene während des Schlafs unwillkürlich Stöhngeräusche, meist während der Ausatmungsphase. Anders als beim Schnarchen, das durch Vibrationen im Rachenraum entsteht, sind die Mechanismen bei Catathrenia noch nicht vollständig verstanden.
Die Geräusche können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manche Menschen produzieren nur leise, kaum hörbare Töne, während andere laute Stöhngeräusche von sich geben, die Familienmitglieder oder Schlafpartner wecken können. Charakteristisch ist, dass die Betroffenen selbst meist nichts von ihrem nächtlichen Stöhnen bemerken und sich am Morgen nicht daran erinnern.
Ein wesentlicher Unterschied zu anderen Schlafstörungen liegt darin, dass Catathrenia normalerweise nicht mit Atemaussetzern oder anderen gefährlichen Symptomen verbunden ist. Die Schlafanalyse kann helfen, diese Unterscheidung zu treffen und andere mögliche Ursachen auszuschliessen.

Mögliche Ursachen und Auslöser
Die genauen Ursachen für nächtliches Stöhnen sind noch Gegenstand der Forschung. Verschiedene Faktoren können jedoch eine Rolle spielen:
Genetische Veranlagung
Familiäre Häufungen deuten darauf hin, dass eine genetische Komponente bei der Entstehung von Catathrenia eine Rolle spielen könnte[2]. Wenn andere Familienmitglieder ähnliche Schlafgeräusche produzieren, ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten erhöht.
Lifestyle-Faktoren
Bestimmte Gewohnheiten können das nächtliche Stöhnen verstärken. Besonders der Konsum von Koffein, insbesondere in den Abendstunden, wird von vielen Betroffenen als möglicher Auslöser identifiziert[3]. Energy-Drinks oder koffeinhaltige Getränke kurz vor dem Schlafengehen scheinen bei manchen Menschen die Häufigkeit des Stöhnens zu erhöhen.
Schlafposition und Anatomie
Die Art, wie wir schlafen und atmen, kann ebenfalls Einfluss haben. Manche Betroffene bemerken, dass bestimmte Schlafpositionen das Stöhnen verstärken oder verringern. Die individuelle Anatomie der Atemwege spielt möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung der charakteristischen Geräusche.
Expertensicht
„Catathrenia ist eine gut dokumentierte, aber oft übersehene Schlafstörung, die in den meisten Fällen harmlos ist. Eine gründliche Diagnostik hilft dabei, andere behandlungsbedürftige Schlafstörungen auszuschliessen und den Betroffenen die Sorge zu nehmen.“
- Die Geräusche entstehen durch spezifische Atemphysiologie während des REM-Schlafs
- Im Gegensatz zur Schlafapnoe sind keine gesundheitlichen Risiken bekannt
- Moderne Diagnostik kann zuverlässig zwischen verschiedenen Schlafgeräuschen unterscheiden
Abgrenzung zu anderen Schlafstörungen
Es ist wichtig, nächtliches Stöhnen von anderen Schlafstörungen zu unterscheiden, da diese unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern können[4]:
Schnarchen
Schnarchen entsteht durch Vibrationen der weichen Gewebe im Rachenraum und tritt typischerweise beim Einatmen auf. Stöhnen bei Catathrenia erfolgt hingegen hauptsächlich beim Ausatmen und hat einen anderen Klangcharakter.
Schlafapnoe
Bei der Schlafapnoe kommt es zu Atemaussetzern, die mit lauten Schnarchgeräuschen und plötzlichem Erwachen verbunden sein können. Im Gegensatz dazu ist bei Catathrenia die Atmung kontinuierlich, auch wenn Geräusche entstehen.
Andere Parasomnien
Sprechen im Schlaf, Schlafwandeln oder nächtliche Panikattacken sind andere Formen von Parasomnien, die jedoch unterschiedliche Symptome und Ursachen haben. Eine professionelle Evaluation kann diese verschiedenen Störungen voneinander abgrenzen.
Praktische Bewältigungsstrategien
Obwohl Catathrenia meist harmlos ist[5], kann sie soziale Herausforderungen mit sich bringen. Hier sind bewährte Ansätze zur Bewältigung[6]:
Kommunikation und Aufklärung
Offene Gespräche mit Familienmitgliedern oder dem Schlafpartner können Verständnis schaffen. Wenn alle Beteiligten wissen, dass es sich um eine unbewusste, harmlose Schlafstörung handelt, reduziert dies oft die Belastung für alle.
Schlafüberwachung
Schlaf-Apps oder einfache Aufnahmegeräte können helfen, Muster zu erkennen und die Häufigkeit des Stöhnens zu dokumentieren. Diese Informationen sind auch für eine eventuelle ärztliche Konsultation wertvoll.
Lifestyle-Anpassungen
Das Reduzieren von Koffein, besonders in den Abendstunden, wird von vielen Betroffenen als hilfreich empfunden. Auch eine regelmässige Schlafhygiene kann positive Auswirkungen haben.
Safety-Tipp
- Führen Sie ein Schlaftagebuch, um mögliche Auslöser wie Koffein, Stress oder bestimmte Schlafpositionen zu identifizieren
- Testen Sie verschiedene Schlafpositionen, da manche Betroffene in Seitenlage weniger stöhnen als in Rückenlage
- Vermeiden Sie eigenmächtige 'Behandlungsversuche' ohne ärztliche Absprache, da diese die Schlafqualität verschlechtern können

Langzeitperspektive und Prognose
Für die meisten Menschen mit Catathrenia ist die Prognose günstig. Die Störung verändert sich oft über die Zeit – manchmal wird das Stöhnen seltener, manchmal bleibt es konstant. Wichtig ist zu verstehen, dass es sich um eine benigne Erkrankung handelt, die keine gesundheitlichen Langzeitfolgen hat.
Viele Betroffene lernen, mit der Situation umzugehen und entwickeln eigene Strategien. Manche nutzen separate Schlafräume, andere finden, dass bestimmte Entspannungstechniken oder Änderungen der Schlafgewohnheiten hilfreich sind.
Die Schlafberatung kann individuelle Ansätze entwickeln, die über standardisierte Empfehlungen hinausgehen und auf die persönliche Situation zugeschnitten sind.
Wann ärztlichen Rat einholen?
- Wenn das nächtliche Stöhnen plötzlich neu auftritt oder sich stark verändert
- Bei zusätzlichen Symptomen wie Atemaussetzern, übermässiger Tagesmüdigkeit oder unruhigem Schlaf
- Wenn die sozialen Auswirkungen erheblich belastend werden oder Beziehungen beeinträchtigen
Moderne Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten
Wenn eine professionelle Abklärung gewünscht ist, stehen heute verschiedene Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung[7]. Eine umfassende Schlafdiagnostik kann nicht nur Catathrenia bestätigen, sondern auch andere Schlafstörungen ausschliessen, die möglicherweise behandlungsbedürftig sind.
Moderne Schlaftests können bequem zu Hause durchgeführt werden und liefern dennoch präzise Ergebnisse. Dabei werden verschiedene Parameter wie Atemfluss, Herzfrequenz und Schlafphasen erfasst, um ein vollständiges Bild der nächtlichen Aktivitäten zu erhalten.
Ein Schlaflabor-Termin bietet die Möglichkeit einer detaillierten Analyse und fachärztlichen Bewertung. Die Spezialisten können zwischen verschiedenen Arten von Schlafgeräuschen unterscheiden und gegebenenfalls gezielt Behandlungsempfehlungen aussprechen.
In seltenen Fällen, in denen das Stöhnen sehr belastend ist, können spezielle Therapieansätze diskutiert werden. Diese reichen von verhaltenstherapeutischen Interventionen bis hin zu technischen Hilfsmitteln, die das nächtliche Stöhnen reduzieren können.
Wie wir Ihnen helfen können
Bei Sleep Lab verstehen wir die Belastung, die nächtliche Schlafgeräusche für Betroffene und ihre Familien bedeuten können. Unser Ansatz kombiniert moderne Diagnostik mit empathischer Betreuung, um Ihnen Klarheit und Sicherheit zu geben.
Unsere Schlaftests können bequem zu Hause durchgeführt werden und liefern präzise Ergebnisse über Ihre nächtlichen Atemgewohnheiten. Falls gewünscht, steht auch eine fachärztliche Auswertung und Beratung zur Verfügung, um individuelle Lösungsansätze zu entwickeln.
Die Schlafberatung kann Ihnen helfen, praktische Strategien für den Umgang mit nächtlichem Stöhnen zu entwickeln und zu entscheiden, ob weitere diagnostische Schritte sinnvoll sind.
FAQ
Ist nächtliches Stöhnen gefährlich?
Nein, nächtliches Stöhnen (Catathrenia) ist in den meisten Fällen harmlos und birgt keine gesundheitlichen Risiken. Es handelt sich um eine benigne Schlafstörung, die keine Behandlung erfordert, es sei denn, sie verursacht erhebliche soziale Probleme.
Warum bemerke ich selbst mein Stöhnen nicht?
Das nächtliche Stöhnen tritt während des Schlafs auf, wenn das Bewusstsein reduziert ist. Die meisten Betroffenen wachen davon nicht auf und haben am nächsten Morgen keine Erinnerung daran. Dies ist völlig normal und typisch für diese Art der Parasomnie.
Kann Koffein nächtliches Stöhnen verstärken?
Viele Betroffene berichten, dass Koffein, besonders am Abend konsumiert, das nächtliche Stöhnen verstärken kann. Es lohnt sich, den Koffeinkonsum zu reduzieren und zu beobachten, ob sich eine Verbesserung einstellt. Energy-Drinks vor dem Schlafengehen sollten vermieden werden.
Wann sollte ich einen Arzt aufsuchen?
Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn das Stöhnen plötzlich neu auftritt, sich stark verändert oder von anderen Symptomen wie Atemaussetzern oder übermässiger Tagesmüdigkeit begleitet wird[8]. Auch wenn die sozialen Auswirkungen sehr belastend werden, kann eine professionelle Beratung hilfreich sein.
Ist nächtliches Stöhnen vererbbar?
Es gibt Hinweise auf eine familiäre Häufung von Catathrenia, was auf eine mögliche genetische Komponente hindeutet. Wenn andere Familienmitglieder ähnliche Schlafgeräusche produzieren, ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten erhöht, aber es ist keine Garantie.