Socken tragen beim Schlafen: Pro und Contra

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel sind nur für Bildungszwecke gedacht und sollen keine professionelle medizinische Beratung ersetzen. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bevor Sie neue Behandlungen ausprobieren.

Die Frage, ob man Socken beim Schlafen tragen soll, spaltet die Gemüter. Während die einen schwören, dass warme Füsse zu besserem Schlaf führen, empfinden andere das Tragen von Socken im Bett als störend oder sogar unangenehm. Diese scheinbar triviale Entscheidung hat tatsächlich mehr Einfluss auf die Schlafqualität, als man vermuten könnte.

Die Temperaturregulation spielt eine zentrale Rolle beim Einschlafen. Unser Körper senkt seine Kerntemperatur natürlicherweise am Abend ab, um den Schlaf einzuleiten. Kalte Füsse können diesen Prozess behindern und das Einschlafen erschweren. Gleichzeitig kann Überhitzung durch zu warme Füsse ebenfalls störend wirken und zu unruhigem Schlaf führen.

Socken beim Schlafen: Die wichtigsten Punkte

  • Warme Füsse können das Einschlafen erleichtern, indem sie die natürliche Temperatursenkung des Körpers unterstützen
  • Saubere, atmungsaktive Socken sind hygienischer und angenehmer als getragene Tagessocken
  • Menschen mit schlechter Durchblutung oder in kalten Räumen profitieren oft von Socken im Bett
  • Überhitzung durch zu warme Socken kann den Schlaf beeinträchtigen und sollte vermieden werden
  • Die individuelle Temperaturpräferenz und Sensibilität bestimmen, ob Socken hilfreich oder störend sind

Die Physiologie warmer Füsse

Wenn die Füsse warm sind, erweitern sich die Blutgefässe in den Extremitäten. Diese Vasodilatation ermöglicht es dem Körper, Wärme über die Haut abzugeben und die Kerntemperatur zu senken – ein wichtiger Schritt beim Einschlafen.[1] Kalte Füsse hingegen führen zur Vasokonstriktion, bei der sich die Blutgefässe zusammenziehen und weniger Wärme abgegeben wird.

Studien zeigen, dass Menschen mit warmen Händen und Füssen schneller einschlafen als solche mit kalten Extremitäten. Dies liegt daran, dass warme Extremitäten dem Gehirn signalisieren, dass es Zeit ist, schläfrig zu werden. Der Körper interpretiert die Wärmeabgabe über Hände und Füsse als Signal für den beginnenden Schlafzyklus.

Besonders Menschen mit Durchblutungsstörungen, Diabetes oder einfach natürlicherweise kalten Füssen können von diesem Mechanismus profitieren.[2] Für sie können Socken beim Schlafen eine einfache und effektive Methode sein, um die Schlafqualität zu verbessern.

Vorteile von Socken beim Schlafen

Der offensichtlichste Vorteil ist die Wärme. Gerade in den kälteren Monaten oder in schlecht beheizten Schlafzimmern können Socken dazu beitragen, dass die Füsse nicht auskühlen. Dies ist besonders wichtig, da kalte Füsse oft dazu führen, dass man länger wach liegt und schwerer einschläft.

Ein weiterer praktischer Aspekt ist der Schutz der Haut. Socken können verhindern, dass trockene oder rissige Fersen an der Bettwäsche reiben oder dass Fussnägel den Partner im Bett kratzen. Für Menschen mit sehr trockener Haut an den Füssen können Socken auch dabei helfen, Feuchtigkeitscremes über Nacht einwirken zu lassen.

Hygienisch betrachtet können saubere Schlafsocken vorteilhaft sein. Sie schützen die Bettwäsche vor direktem Hautkontakt mit den Füssen und können dabei helfen, die Schlafhygiene zu verbessern – vorausgesetzt, man verwendet spezielle, saubere Socken nur zum Schlafen.

Menschen mit Restless-Legs-Syndrom oder anderen Bewegungsstörungen der Beine berichten manchmal, dass das sanfte Gefühl von weichen Socken beruhigend wirkt und unruhige Bewegungen reduziert.

Nachteile und Risiken

Der häufigste Einwand gegen Socken im Bett ist die Überhitzung. Wenn die Füsse zu warm werden, kann dies den natürlichen Kühlungsprozess des Körpers stören und zu unruhigem Schlaf führen.[3] Viele Menschen wachen auf, weil ihre Füsse überhitzt sind, und müssen die Socken mitten in der Nacht ausziehen.

Hygienische Bedenken entstehen, wenn dieselben Socken getragen werden, die auch tagsüber verwendet wurden. Dies kann zu verstärkter Schweissbildung, unangenehmen Gerüchen und im schlimmsten Fall zu Hautproblemen wie Pilzinfektionen führen.[4] Besonders problematisch wird es, wenn feuchte oder verschwitzte Socken über längere Zeit getragen werden.

Einige Menschen reagieren empfindlich auf das Gefühl von Socken im Bett. Das Material kann an den Beinen reiben, Haare ziehen oder ein Gefühl der Einengung vermitteln. Diese sensorischen Störungen können das Einschlafen behindern und die Schlafqualität beeinträchtigen.

Expertensicht

„Die Entscheidung für oder gegen Socken beim Schlafen sollte individuell getroffen werden, basierend auf der persönlichen Temperaturregulation und dem Komfortempfinden.“

  • Menschen mit chronisch kalten Füssen oder Durchblutungsstörungen können von Socken profitieren
  • Überhitzung durch zu warme Socken kann den Schlaf stören und sollte vermieden werden
  • Saubere, atmungsaktive Materialien sind entscheidend für Hygiene und Komfort

– Dr. med. J. Westphal

Die richtige Sockenwahl für den Schlaf

Nicht alle Socken sind für das Schlafen geeignet. Dicke Wollsocken, die tagsüber getragen wurden, sind oft zu warm und unhygienisch. Stattdessen sollten spezielle Schlaf- oder Baumwollsocken verwendet werden, die atmungsaktiv und nicht zu dick sind.[5]

Idealerweise wählt man Socken aus natürlichen Materialien wie Baumwolle, Bambus oder Merino-Wolle. Diese Materialien regulieren die Feuchtigkeit besser und verhindern übermässiges Schwitzen. Synthetic Materialien können Feuchtigkeit stauen und zu Überhitzung führen.

Die Passform ist ebenfalls wichtig. Zu enge Socken können die Durchblutung behindern und das Gegenteil des gewünschten Effekts bewirken. Lockere, weiche Socken ohne einschneidende Bündchen sind die bessere Wahl für erholsamen Schlaf.

Viele Experten empfehlen, separate Socken nur für den Schlaf zu haben. Diese sollten nach jedem Gebrauch gewaschen werden, um Hygiene und Frische zu gewährleisten.

Alternative Strategien für warme Füsse

Wer die Vorteile warmer Füsse nutzen möchte, ohne Socken zu tragen, hat verschiedene Alternativen. Eine Wärmflasche am Fussende des Bettes kann gezielt Wärme spenden, ohne dass man die ganze Nacht über Socken tragen muss.

Ein warmes Fussbad vor dem Schlafengehen kann die Durchblutung anregen und die Füsse für die ersten Stunden der Nacht warmhalten.[6] Dieser Effekt hält meist lange genug an, um das Einschlafen zu erleichtern.

Einige Menschen nutzen eine Hybrid-Strategie: Sie ziehen Socken an, um schneller einzuschlafen, und ziehen sie dann aus, wenn die Füsse warm geworden sind. Diese Methode kombiniert die Vorteile warmer Füsse beim Einschlafen mit dem Komfort kühler Füsse während der Nacht.

Die Raumtemperatur spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Ein leicht kühleres Schlafzimmer (etwa 16-19 Grad Celsius) mit warmer Bettdecke kann oft den gewünschten Effekt erzielen, ohne dass zusätzliche Wärmequellen nötig sind.

Individuelle Faktoren und Gesundheitszustand

Die Entscheidung für oder gegen Socken beim Schlafen hängt stark von individuellen Faktoren ab. Menschen mit Diabetes sollten besonders vorsichtig sein, da ihre Temperaturwahrnehmung beeinträchtigt sein kann und sie Überhitzung oder Druckstellen möglicherweise nicht rechtzeitig bemerken.

Auch das Alter spielt eine Rolle. Ältere Menschen haben oft eine schlechtere Durchblutung und können daher mehr von warmen Füssen profitieren. Gleichzeitig ist ihre Haut oft empfindlicher und anfälliger für Reizungen durch ständigen Sockenkontakt.

Schwangere Frauen erleben oft Veränderungen in ihrer Temperaturregulation. Was früher angenehm war, kann plötzlich zu warm oder zu kalt empfunden werden. Flexibilität und Anpassung sind hier besonders wichtig.

Safety-Tipp

  • Verwenden Sie immer saubere, trockene Socken und wechseln Sie diese täglich
  • Achten Sie auf Anzeichen von Überhitzung wie Schweissbildung oder Unruhe während der Nacht
  • Bei Diabetes oder Durchblutungsstörungen sollten Sie mit Ihrem Arzt über die beste Strategie für warme Füsse sprechen

Praktische Umsetzung und Tipps

Wer sich dafür entscheidet, Socken beim Schlafen zu tragen, sollte einige praktische Punkte beachten. Investieren Sie in mehrere Paare spezieller Schlafesocken aus atmungsaktiven Materialien. Diese sollten lockerer sitzen als normale Socken und keine einschneidenden Bündchen haben.

Beginnen Sie mit dünnen Socken und testen Sie, wie Ihr Körper reagiert. Manche Menschen brauchen eine Eingewöhnungszeit, andere merken sofort, ob diese Lösung für sie funktioniert oder nicht.

Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers. Wenn Sie nachts häufig aufwachen, weil Ihnen zu warm ist, oder wenn Sie morgens verschwitzte Füsse haben, sind die Socken möglicherweise zu warm oder das Material nicht geeignet.

Kombinieren Sie das Tragen von Socken mit anderen Aspekten der Schlafhygiene. Dazu gehören eine angemessene Raumtemperatur, eine bequeme Matratze und eine entspannende Abendroutine.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Persistierend kalte Füsse können ein Anzeichen für zugrunde liegende Gesundheitsprobleme sein.[7] Durchblutungsstörungen, Schilddrüsenunterfunktion oder andere medizinische Bedingungen können die Ursache sein und sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wenn Sie trotz verschiedener Strategien – einschliesslich Socken, Wärmflaschen oder Raumtemperatur-Anpassungen – regelmässig Probleme mit kalten Füssen haben, die Ihren Schlaf beeinträchtigen, sollten Sie professionelle Hilfe suchen.

Auch wiederkehrende Hautprobleme an den Füssen, übermässiges Schwitzen oder Pilzinfektionen können Anzeichen dafür sein, dass die aktuelle Strategie angepasst werden muss oder medizinische Behandlung erforderlich ist.

Wann ärztlichen Rat einholen?

  • Chronisch kalte Füsse trotz warmer Umgebung und angemessener Kleidung
  • Wiederkehrende Hautprobleme, Pilzinfektionen oder übermässige Schweissbildung an den Füssen
  • Schlafstörungen, die nicht durch Temperaturregulation der Füsse verbessert werden können

Fazit

Die Entscheidung, ob man Socken beim Schlafen tragen soll, ist hochindividuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab: der persönlichen Temperaturregulation, dem Gesundheitszustand, den Schlafgewohnheiten und der Wohnsituation.

Für Menschen mit chronisch kalten Füssen oder in kalten Räumen können saubere, atmungsaktive Socken eine einfache und effektive Lösung sein, um die Schlafqualität zu verbessern. Wichtig ist dabei die richtige Materialwahl und Hygiene.

Andere profitieren möglicherweise mehr von alternativen Strategien wie einem warmen Fussbad vor dem Schlafen oder der gezielten Nutzung von Wärmequellen. Das Wichtigste ist, auf die Signale des eigenen Körpers zu hören und verschiedene Ansätze auszuprobieren, um die individuell beste Lösung zu finden.

FAQ

Ist es hygienisch, Socken beim Schlafen zu tragen?

Ja, solange Sie saubere Socken verwenden, die speziell für den Schlaf bestimmt sind. Diese sollten aus atmungsaktiven Materialien bestehen und täglich gewechselt werden. Vermeiden Sie es, dieselben Socken zu tragen, die Sie tagsüber getragen haben.

Welche Socken sind am besten zum Schlafen geeignet?

Dünne Socken aus Baumwolle, Bambus oder Merino-Wolle sind ideal. Sie sollten locker sitzen, ohne einschneidende Bündchen, und atmungsaktiv sein. Vermeiden Sie dicke Wollsocken oder synthetische Materialien, die zu Überhitzung führen können.

Können Socken beim Schlafen gesundheitliche Probleme verursachen?

Bei falscher Anwendung können zu enge oder feuchte Socken die Durchblutung behindern oder Hautprobleme fördern. Achten Sie auf lockere Passform, saubere Materialien und Anzeichen von Überhitzung oder Hautreizungen.

Was kann ich tun, wenn mir mit Socken zu warm wird?

Probieren Sie dünnere Socken aus atmungsaktiveren Materialien oder ziehen Sie die Socken aus, sobald Ihre Füsse warm sind. Alternativ können Sie ein warmes Fussbad vor dem Schlafen nehmen oder eine Wärmflasche verwenden, die Sie später entfernen können.

Helfen warme Füsse wirklich beim Einschlafen?

Ja, warme Füsse fördern die Vasodilatation und helfen dem Körper dabei, die Kerntemperatur zu senken – ein wichtiger Schritt beim Einschlafen. Studien zeigen, dass Menschen mit warmen Extremitäten schneller einschlafen als solche mit kalten Händen und Füssen.

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Über den Autor

Dr. med. J. Westphal ist Facharzt & Praktischer Arzt (FMH) mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen in der Schweiz. Sein Fokus liegt auf modernen, wohnortnahen Behandlungskonzepten, die den Alltag der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Bei SleepLab begleitet er Menschen auf dem Weg zu besserem Schlaf – wissenschaftlich fundiert, empathisch und individuell.

Mehr über das Team hinter sleeplab.ch: sleeplab.ch/ueber-sleeplab

  1. Zhao, J., Wang, F., Ou, D., Zhou, B., Li, Y., Wang, H., & Deng, Q. (2023). Thermoregulatory analysis of warm footbaths before bedtime and sleep quality. Building and Environment. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0360132322010186
  2. Wu, S. C., Crews, R. T., Skratsky, M., Overstreet, J., Yalla, S. V., Winder, M., Ortiz, J., & Andersen, C. A. (2017). Control of lower extremity edema in patients with diabetes. Journal of Diabetes Science and Technology. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5429175/
  3. Chevance, G., Minor, K., Vielma, C., Campi, E., O’Callaghan-Gordo, C., Basagaña, X., Ballester, J., & Bernard, P. (2024). A systematic review of ambient heat and sleep in a warming climate. Sleep Medicine Reviews. https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1087079224000194
  4. National Institute for Health and Care Excellence. (2023). Fungal nail infection | Health topics A to Z | CKS. NICE. https://cks.nice.org.uk/topics/fungal-nail-infection/
  5. Chow, C. M., Shin, M., Mahar, T. J., Halaki, M., & Ireland, A. (2019). The impact of sleepwear fiber type on sleep quality under controlled environmental conditions. Nature and Science of Sleep. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31692485/
  6. Shanmugam, P., Vijayakumar, V., Ravi, P., Boopalan, D., & Kuppusamy, M. (2025). Does a hot foot bath improve sleep quality? – A systematic review. Alternative Therapies in Health and Medicine. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40492751/
  7. Piper, W. (2007). Innere Medizin (1st ed.). Springer. https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978-3-540-33729-4.pdf

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