Arten von Federn in Matratzen: Ein Überblick

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel sind nur für Bildungszwecke gedacht und sollen keine professionelle medizinische Beratung ersetzen. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bevor Sie neue Behandlungen ausprobieren.

Die Wahl der richtigen Matratze beeinflusst massgeblich die Schlafqualität und kann bei Schlafstörungen einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung leisten[1]. Federkernmatratzen gehören zu den beliebtesten Matratzenarten und bieten verschiedene Konstruktionsweisen, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften für den Schlafkomfort mitbringen. Die Art der verwendeten Federn bestimmt dabei wesentlich, wie gut eine Matratze den Körper stützt, Bewegungen isoliert und für ein angenehmes Schlafklima sorgt.

Die wichtigsten Federtypen im Überblick

  • Bonnell-Federn: Klassische taillierte Form, günstiger Preis, einfache Konstruktion
  • Taschenfederkern: Einzeln ummantelte Federn für bessere Punktelastizität
  • Tonnentaschenfederkern: Bauchige Form für optimale Anpassung an Körperkonturen
  • Leichtfederkern: Dünne Federn für weichere Liegeeigenschaften
  • Endlos-Federkern: Aus einem durchgehenden Draht geformte Konstruktion

Bonnell-Federkern: Der Klassiker unter den Matratzenfedern

Der Bonnell-Federkern stellt die traditionellste Form der Federkernmatratze dar. Diese Federn sind tailliert geformt, das heisst sie verjüngen sich zur Mitte hin und werden oben und unten wieder breiter. Die einzelnen Federn sind durch spiralförmige Verbindungsdrähte miteinander verbunden, wodurch eine stabile, aber weniger flexible Konstruktion entsteht.

Die Eigenschaften von Bonnell-Federn zeichnen sich durch eine flächenelastische Wirkung aus. Das bedeutet, dass nicht nur der direkt belastete Bereich nachgibt, sondern auch die umliegenden Federn mitschwingen. Dies kann für Paare problematisch sein, da Bewegungen des Partners stärker übertragen werden. Andererseits bieten Bonnell-Federkerne eine gute Grundstabilität und sind kostengünstiger in der Herstellung.

Für Menschen mit Rückenproblemen oder solche, die eine festere Unterstützung bevorzugen, kann eine Bonnell-Federkernmatratze durchaus geeignet sein[2]. Die gleichmässige Verteilung des Körpergewichts kann bei bestimmten Schlafpositionen von Vorteil sein, insbesondere für Bauch- und Rückenschläfer.

Taschenfederkern: Individuelle Anpassung durch isolierte Federn

Der Taschenfederkern revolutionierte die Matratzenindustrie durch seine innovative Konstruktion. Jede Feder ist einzeln in einen Stoffbeutel eingenäht und kann dadurch unabhängig von den Nachbarfedern reagieren. Diese Bauweise ermöglicht eine deutlich bessere Punktelastizität und Anpassung an die Körperkonturen.

Die Vorteile dieser Federart liegen klar auf der Hand: Da jede Feder individuell arbeitet, wird das Körpergewicht genauer dort abgestützt, wo es anfällt. Schwere Körperpartien wie Becken und Schultern sinken entsprechend tiefer ein, während leichtere Bereiche wie die Taille weniger stark belastet werden. Dies fördert eine natürliche Wirbelsäulenausrichtung, was besonders für Seitenschläfer wichtig ist.

Ein weiterer Pluspunkt des Taschenfederkerns ist die deutlich reduzierte Bewegungsübertragung[3]. Partner spüren nächtliche Positionswechsel weniger stark, was zu einem ungestörteren Schlaf beiträgt. Die Luftzirkulation zwischen den Federn sorgt zudem für ein angenehmes Schlafklima und verhindert Wärmestau.

Tonnentaschenfederkern: Optimierte Anpassung durch bauchige Form

Eine Weiterentwicklung des klassischen Taschenfederkerns stellt der Tonnentaschenfederkern dar. Diese Federn haben eine bauchige, tonnenförmige Gestalt, die eine noch bessere Anpassung an die Körperform ermöglicht. Die breiteste Stelle der Feder befindet sich in der Mitte, wodurch sich die Nachgiebigkeit je nach Belastung variabel anpasst.

Die tonnenförmige Konstruktion bietet den Vorteil einer progressiven Federcharakteristik. Bei geringer Belastung geben die Federn leicht nach, bei stärkerer Beanspruchung wird der Widerstand grösser. Dies sorgt für einen ausgewogenen Liegekomfort, der sowohl weiche als auch stützende Eigenschaften kombiniert.

Expertensicht

„Die Wahl der richtigen Federart kann einen erheblichen Einfluss auf die Schlafqualität haben. Tonnentaschenfedern bieten oft die beste Balance zwischen Komfort und Unterstützung.“

  • Progressive Federcharakteristik passt sich verschiedenen Belastungen optimal an
  • Reduzierte Bewegungsübertragung verbessert den Partnerschlaf erheblich
  • Gute Luftzirkulation unterstützt ein gesundes Schlafklima

– Dr. med. J. Westphal

Tonnentaschenfederkerne eignen sich besonders für Menschen, die sowohl Komfort als auch Unterstützung schätzen. Sie sind eine gute Wahl für Kombinationsschläfer, die ihre Position während der Nacht häufig wechseln, da sie in verschiedenen Schlafpositionen angemessenen Halt bieten.

Weitere Federtypen und ihre Eigenschaften

Neben den Hauptkategorien gibt es weitere spezialisierte Federarten, die je nach Anforderung zum Einsatz kommen. Der Leichtfederkern verwendet dünnere Drähte und bietet dadurch eine weichere Charakteristik. Diese Variante eignet sich für Menschen, die eine softer Liegefläche bevorzugen, aber dennoch die Vorteile einer Federkernmatratze nutzen möchten.

Der Endlos-Federkern stellt eine besondere Konstruktion dar, bei der die gesamte Federung aus einem durchgehenden Draht geformt wird. Diese Bauweise sorgt für eine sehr gleichmässige Verteilung der Belastung und hohe Langlebigkeit. Allerdings ist die Punktelastizität eingeschränkt, weshalb diese Variante eher für festere Präferenzen geeignet ist.

Moderne Matratzen kombinieren oft verschiedene Federarten oder ergänzen sie durch zusätzliche Schichten aus Latex, Viscoschaum oder anderen Materialien. Diese Hybridkonstruktionen zielen darauf ab, die Vorteile verschiedener Materialien zu vereinen und ein optimales Liegegefühl zu schaffen.

Auswirkungen auf den Schlaf und die Gesundheit

Die Art der Matratzenfedern kann direkten Einfluss auf verschiedene Aspekte der Schlafqualität haben. Eine ungeeignete Matratze kann zu Verspannungen, Rückenschmerzen und unruhigem Schlaf führen. Gleichzeitig kann die richtige Wahl der Federart bestehende Schlafprobleme lindern und zu einem erholsameren Nachtschlaf beitragen.

Menschen, die häufig schwitzen oder zu Überhitzung neigen, profitieren von der guten Luftzirkulation von Taschenfederkernmatratzen. Die Hohlräume zwischen den Federn ermöglichen einen kontinuierlichen Luftaustausch, der für ein angenehmes Schlafklima sorgt. Dies kann besonders bei hormonellen Veränderungen oder Stoffwechselerkrankungen von Vorteil sein.

Safety-Tipp

  • Neue Matratzen sollten mindestens 2-4 Wochen getestet werden, da sich der Körper erst an die veränderte Unterstützung gewöhnen muss
  • Bei anhaltenden Rückenschmerzen oder Schlafstörungen trotz neuer Matratze sollte medizinischer Rat eingeholt werden
  • Matratzen sollten regelmässig gewendet und gelüftet werden, um ihre Lebensdauer zu verlängern und Hygiene zu gewährleisten

Die Bewegungsübertragung spielt eine wichtige Rolle für die Schlafqualität von Paaren. Studien zeigen, dass Partner sich gegenseitig durchschnittlich 50-60 Mal pro Nacht aufwecken können, wenn die Matratze Bewegungen stark überträgt. Taschenfederkerne und Tonnentaschenfederkerne reduzieren dieses Problem erheblich und können somit zu einem tieferen, ungestörteren Schlaf beitragen.

Auswahlkriterien und individuelle Bedürfnisse

Bei der Auswahl der richtigen Federart sollten verschiedene Faktoren berücksichtigt werden. Das Körpergewicht spielt eine entscheidende Rolle: Schwere Personen benötigen oft festere Unterstützung, während leichtere Menschen von weicheren Eigenschaften profitieren können. Die bevorzugte Schlafposition ist ebenfalls wichtig – Seitenschläfer benötigen mehr Punktelastizität für eine gute Druckentlastung, während Bauch- und Rückenschläfer oft festere Unterstützung schätzen.

Gesundheitliche Aspekte sollten in die Entscheidung einbezogen werden. Menschen mit chronischen Rückenschmerzen, Arthritis oder anderen orthopädischen Problemen haben oft spezielle Anforderungen an ihre Matratze. In solchen Fällen kann eine fachliche Beratung durch Schlafexperten oder medizinisches Personal hilfreich sein.

Das Raumklima und persönliche Temperaturpräferenzen beeinflussen ebenfalls die Wahl. In warmen Räumen oder für Menschen, die leicht schwitzen, sind Federkernmatratzen oft vorteilhafter als Memory-Foam oder andere wärmespeichernde Materialien.

Langlebigkeit und Pflege verschiedener Federtypen

Die Lebensdauer einer Matratze hängt stark von der Qualität der verwendeten Federn und der Pflege ab[4]. Hochwertige Taschenfederkerne können bei guter Pflege 10-15 Jahre halten, während einfachere Bonnell-Federkerne möglicherweise nach 7-10 Jahren ausgetauscht werden müssen.

Regelmässiges Wenden und Drehen der Matratze hilft dabei, die Belastung gleichmässig zu verteilen und vorzeitige Abnutzung zu vermeiden. Eine gute Belüftung des Schlafzimmers und die Verwendung eines geeigneten Lattenrosts unterstützen die Langlebigkeit der Matratze zusätzlich.

Anzeichen für eine abgenutzte Matratze sind durchgelegene Stellen, quietschende Geräusche oder das Gefühl, dass man zu tief einsinkt oder nicht mehr ausreichend gestützt wird. Wenn solche Symptome auftreten, sollte ein Austausch in Erwägung gezogen werden, da eine abgenutzte Matratze die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen kann.

Wann ärztlichen Rat einholen?

  • Anhaltende Rückenschmerzen oder Verspannungen trotz neuer, passender Matratze
  • Verschlechterung der Schlafqualität ohne erkennbaren Grund
  • Chronische Schlafstörungen, die sich durch Matratzenwechsel nicht verbessern lassen

Wie Sleep Lab bei Schlafproblemen unterstützen kann

Wenn trotz einer geeigneten Matratze Schlafprobleme bestehen bleiben, können tieferliegende Ursachen vorliegen[5]. Schlafstörungen haben oft komplexe Ursachen, die über die reine Schlafumgebung hinausgehen. Sleep Lab bietet die Möglichkeit einer professionellen Schlafanalyse von zu Hause aus, mit derselben Qualität wie im traditionellen Schlaflabor.

Durch eine umfassende Schlafmessung können verschiedene Parameter wie Atmung, Herzfrequenz, Bewegungen und Schlafphasen analysiert werden. Dies hilft dabei, spezifische Schlafstörungen zu identifizieren und geeignete Behandlungsansätze zu entwickeln. Die Kombination aus der richtigen Matratze und einer professionellen Schlafdiagnostik kann zu deutlichen Verbesserungen der Lebensqualität führen.

Das bequeme System ermöglicht es, den Schlaf in der gewohnten Umgebung zu messen, was oft genauere Ergebnisse liefert als eine einmalige Übernachtung in einer fremden Klinikumgebung. Die Auswertung durch Schlafmediziner und die Möglichkeit einer anschliessenden Beratung runden das Angebot ab.

FAQ

Welche Federart ist bei Rückenproblemen am besten geeignet?

Tonnentaschenfederkerne bieten oft die beste Balance aus Stützung und Anpassung bei Rückenproblemen. Sie passen sich den Körperkonturen an und sorgen gleichzeitig für ausreichend Unterstützung der Wirbelsäule. Bei chronischen Beschwerden sollten Sie jedoch zusätzlich medizinischen Rat einholen.

Wie erkenne ich, ob meine Matratze zu weich oder zu fest ist?

Eine zu weiche Matratze führt oft zu einem Durchhängen der Wirbelsäule und Schmerzen im unteren Rücken. Bei einer zu festen Matratze entstehen Druckpunkte an Schultern und Hüften. Morgendliche Verspannungen oder das Gefühl, nicht erholt aufzuwachen, können Hinweise auf eine ungeeignete Matratzenhärte sein.

Wie lange sollte ich eine neue Matratze testen, bevor ich sie bewerte?

Geben Sie Ihrem Körper mindestens 2-4 Wochen Zeit, sich an eine neue Matratze zu gewöhnen. Muskeln und Gelenke müssen sich an die veränderte Unterstützung anpassen. Wenn nach diesem Zeitraum weiterhin Probleme bestehen, sollten Sie über einen Wechsel nachdenken.

Sind teure Matratzen automatisch besser als günstige?

Nicht unbedingt. Der Preis hängt oft mit der Materialqualität und Verarbeitung zusammen, aber die beste Matratze ist diejenige, die zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt. Eine günstigere Bonnell-Federkernmatratze kann für manche Menschen geeigneter sein als eine teure Tonnentaschenfederkernmatratze.

Wann sollte ich professionelle Hilfe bei Schlafproblemen suchen?

Wenn Sie trotz einer geeigneten Matratze unter chronischen Schlafstörungen, lautem Schnarchen, häufigem nächtlichen Erwachen oder morgendlicher Müdigkeit leiden, sollten Sie medizinischen Rat einholen. Eine professionelle Schlafanalyse kann helfen, die Ursachen zu identifizieren und geeignete Behandlungsmöglichkeiten zu finden.

Vergleich der Federarten im Überblick

Federart Stützverhalten Bewegungsisolation Empfehlung für

 

Bonnell Flächenelastisch Niedrig Bauch- und Rückenschläfer
Taschenfederkern Punktelastisch Mittel Seitenschläfer, Paare
Tonnentaschen Punktelastisch mit Progression Hoch Kombinationsschläfer
Leichtfederkern Sehr weich Niedrig Leichtgewichtige Personen
Endlosfederkern Flächenelastisch, robust Tief Feste Vorlieben, dauerhaftes Liegen

 

Redaktionelle Qualität bei SleepLab:
Alle Inhalte auf sleeplab.ch folgen strengen Redaktionsrichtlinien, die auf wissenschaftlicher Evidenz, Patientensicherheit und Nachvollziehbarkeit beruhen. Unsere medizinischen Inhalte werden zusätzlich von erfahrenen Ärzten aus der Schweiz wie Dr. med. Jens Westphal oder Almedina Berisha geprüft.

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Über den Autor

Dr. med. J. Westphal ist Facharzt & Praktischer Arzt (FMH) mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen in der Schweiz. Sein Fokus liegt auf modernen, wohnortnahen Behandlungskonzepten, die den Alltag der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Bei SleepLab begleitet er Menschen auf dem Weg zu besserem Schlaf – wissenschaftlich fundiert, empathisch und individuell.

Mehr über das Team hinter sleeplab.ch: sleeplab.ch/ueber-sleeplab

  1. Enck, P., Walten, T., & Traue, H. C. (1999). Zusammenhänge zwischen Rückenschmerzen, Schlaf und Matratzenqualität: Doppelblinde Pilotstudie bei Hotelgästen. Der Schmerz, 13, 205–207. https://link.springer.com/article/10.1007/s004820050200
  2. Oberhofer, E. (2020). 10 wichtige „Basics“ zu Rückenschmerzen. Medizin, 17, 38–39. https://link.springer.com/article/10.1007/s11298-020-8022-9
  3. Heuwinkel-Otter, A., Nümann-Dulke, A., & Matscheko, N. (n.d.). Schlafstörung. In Pflegediagnosen für die Kitteltasche (pp. 247–251). Springer. https://link.springer.com/content/pdf/10.1007/978-3-642-01319-5_44.pdf
  4. Kinkel, H. J., & Maxion, H. (1970). Schlafphysiologische Untersuchungen zur Beurteilung verschiedener Matratzen. Internationale Zeitschrift für angewandte Physiologie einschließlich Arbeitsphysiologie, 28, 247–262. https://link.springer.com/article/10.1007/BF00696032
  5. Peter, H. (2025). Vorgeschlagene Schlafstörung. In Enzyklopädie der Schlafmedizin (pp. 1235–1236). Springer Reference Medizin. https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-662-65186-5_667

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