Atemfrequenz während des Schlafens

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel sind nur für Bildungszwecke gedacht und sollen keine professionelle medizinische Beratung ersetzen. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bevor Sie neue Behandlungen ausprobieren.

Die Atemfrequenz im Schlaf ist ein wichtiger Indikator für die Qualität unserer nächtlichen Erholung. Während wir schlafen, verändert sich unser Atemrhythmus natürlicherweise. Doch wann sind diese Veränderungen normal und wann sollten sie Anlass zur Sorge geben? Immer mehr Menschen nutzen heute Fitness-Tracker und Smartwatches, um ihre Schlafparameter zu überwachen – doch wie verlässlich sind diese Messungen wirklich?

Atemfrequenz im Schlaf: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Normale Atemfrequenz im Schlaf: 12-16 Atemzüge pro Minute
  • Werte über 20 Atemzüge pro Minute können auf Schlafstörungen hinweisen
  • Fitness-Tracker messen indirekt über Herzfrequenzvariabilität
  • Kombination mit niedrigen Sauerstoffwerten erfordert ärztliche Abklärung
  • Professionelle Schlafmessung bietet präzisere Ergebnisse als Wearables

Normale Atemfrequenz während des Schlafes

Im Schlaf verlangsamt sich unsere Atmung natürlicherweise. Während wir tagsüber etwa 12-20 Atemzüge pro Minute machen, sinkt diese Zahl nachts typischerweise auf 12-16 Atemzüge pro Minute ab.[1] Diese Verlangsamung ist ein normaler Teil des Entspannungsprozesses, wenn unser Körper in den Ruhemodus wechselt.

Die Atemfrequenz variiert auch zwischen den verschiedenen Schlafphasen. Im Tiefschlaf ist die Atmung am gleichmässigsten und langsamsten, während sie im REM-Schlaf (Traumschlaf) unregelmässiger werden kann. Diese natürlichen Schwankungen sind völlig normal und spiegeln die komplexen Vorgänge in unserem Gehirn während der verschiedenen Schlafstadien wider.

Individuelle Faktoren wie Alter, Fitness-Level und Gesundheitszustand können ebenfalls die normale Atemfrequenz beeinflussen. Trainierte Personen haben oft eine niedrigere Ruheatmung, während ältere Menschen oder Menschen mit bestimmten Erkrankungen abweichende Werte zeigen können.

Wann wird die Atemfrequenz im Schlaf bedenklich?

Atemfrequenzen, die dauerhaft über 20 Atemzüge pro Minute liegen, können auf zugrunde liegende Probleme hinweisen.[2] Besonders besorgniserregend wird es, wenn erhöhte Atemfrequenzen mit anderen Symptomen einhergehen, wie etwa Sauerstoffsättigungswerten unter 90 Prozent.

Erfahrungsberichte zeigen, dass manche Menschen nächtliche Spitzenwerte von 24 Atemzügen pro Minute oder mehr erleben, teilweise verbunden mit Sauerstoffwerten, die auf 80 Prozent abfallen. Solche Kombinationen können Hinweise auf schlafbezogene Atemstörungen wie Schlafapnoe sein.

Weitere Warnsignale sind unregelmässige Atemmuster, längere Atempausen oder das Gefühl, trotz ausreichend Schlaf nicht erholt zu sein. Auch lautes Schnarchen, häufiges nächtliches Erwachen oder Mundtrockenheit am Morgen können auf Atemprobleme während des Schlafes hindeuten.

Expertensicht

„Die Atemfrequenz im Schlaf gibt uns wichtige Hinweise auf die Schlafqualität und mögliche Atemstörungen. Während Consumer-Wearables erste Anhaltspunkte liefern können, ist für eine präzise Diagnose eine professionelle Schlafmessung unerlässlich.“

  • Kombinierte Parameter wie Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung sind aussagekräftiger als Einzelwerte
  • Anhaltend erhöhte nächtliche Atemfrequenz kann auf obstruktive Schlafapnoe hinweisen
  • Eine genaue Messung erfordert spezielle medizinische Geräte, die alle Atemparameter erfassen

Dr. med. J. Westphal ist Facharzt & Praktischer Arzt (FMH) mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen in der Schweiz. Sein Fokus liegt auf modernen, wohnortnahen Behandlungskonzepten, die den Alltag der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Bei SleepLab begleitet er Menschen auf dem Weg zu besserem Schlaf – wissenschaftlich fundiert, empathisch und individuell.

Messgenauigkeit von Fitness-Trackern und Smartwatches

Viele moderne Wearables versprechen, die Atemfrequenz während des Schlafes zu messen. Doch wie funktioniert das eigentlich? Die meisten Geräte nutzen indirekte Messmethoden, hauptsächlich die Analyse der Herzfrequenzvariabilität (HRV). Dabei werden kleine Schwankungen im Herzrhythmus erfasst, die durch die Atmung verursacht werden.[3]

Diese Methode hat jedoch ihre Grenzen. Die Genauigkeit hängt stark von Faktoren wie der korrekten Positionierung des Geräts, der Bewegung während des Schlafes und individuellen physiologischen Unterschieden ab. Nutzer berichten von Ungenauigkeiten und Schwankungen in den Messwerten, die zu Unsicherheit über die Verlässlichkeit der Daten führen.

Im Vergleich zu direkten Atemflussmessungen, wie sie in professionellen Schlafstudien verwendet werden, können Consumer-Wearables nur Schätzwerte liefern. Für medizinische Entscheidungen oder bei ernsten Verdachtsfällen sind diese Geräte daher nicht ausreichend.

Safety-Tipp

  • Betrachten Sie Wearable-Daten als Orientierungshilfe, nicht als medizinische Diagnose
  • Dokumentieren Sie auffällige Werte über mehrere Nächte hinweg für ein aussagekräftigeres Bild
  • Kombinieren Sie Gerätedaten mit subjektiven Symptomen wie Müdigkeit oder Kopfschmerzen am Morgen

Ursachen für veränderte Atemfrequenz im Schlaf

Verschiedene Faktoren können zu einer veränderten Atemfrequenz während des Schlafes führen. Schlafapnoe ist eine der häufigsten Ursachen für unregelmässige und erhöhte Atemfrequenzen.[4] Bei dieser Erkrankung kommt es zu wiederholten Atemaussetzern, auf die der Körper mit kompensatorisch schnellerer Atmung reagiert.

Auch andere medizinische Bedingungen können die nächtliche Atmung beeinflussen. Herzinsuffizienz, Lungenerkrankungen, Übergewicht oder neurologische Störungen können alle zu veränderten Atemmustern führen. Manchmal sind auch Medikamente oder Substanzen wie Alkohol die Ursache für gestörte Atmung im Schlaf.

Umgebungsfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Schlechte Raumluft, zu hohe oder niedrige Temperaturen, Allergene oder eine ungünstige Schlafposition können die Atemfrequenz beeinflussen. Auch psychische Faktoren wie Stress oder Angst können sich auf die nächtlichen Atemmuster auswirken.

Was Sie bei auffälligen Werten tun können

Wenn Sie regelmässig erhöhte Atemfrequenzen oder andere Auffälligkeiten in Ihren Schlafmessungen bemerken, gibt es verschiedene Schritte, die Sie unternehmen können. Zunächst sollten Sie Ihre Schlafhygiene überprüfen: Sorgen Sie für eine optimale Schlafumgebung mit angemessener Temperatur und Luftfeuchtigkeit.[5]

Eine professionelle Schlafanalyse kann Ihnen detaillierte Einblicke in Ihre nächtlichen Atemmuster geben. Dabei werden nicht nur die Atemfrequenz, sondern auch andere wichtige Parameter wie Sauerstoffsättigung, Atemfluss und Schlafphasen präzise erfasst.

Lifestyle-Anpassungen können ebenfalls helfen: Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Verzicht auf Alkohol vor dem Schlafengehen und regelmässige körperliche Aktivität können sich positiv auf die Schlafqualität und Atmung auswirken. Auch die Schlafposition kann wichtig sein – seitliches Schlafen reduziert oft Atemprobleme.

Weiterführende Informationen zu verschiedenen Aspekten des Schlafes finden Sie in unserem Ratgeber Schlaf, der umfassende Tipps und wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse bietet.

Wann ärztlichen Rat einholen?

  • Atemfrequenz regelmässig über 20 Atemzüge pro Minute kombiniert mit niedrigen Sauerstoffwerten
  • Häufiges nächtliches Erwachen mit Luftnot oder dem Gefühl zu ersticken
  • Anhaltende Tagesmüdigkeit trotz ausreichender Schlafzeit oder lautes Schnarchen mit Atempausen

Professionelle Schlafdiagnostik vs. Heimmonitoring

Während Consumer-Wearables einen ersten Eindruck von Ihren Schlafmustern vermitteln können, bietet professionelle Schlafdiagnostik deutlich präzisere und medizinisch verwertbare Daten. In einer professionellen Schlafmessung werden multiple Parameter gleichzeitig erfasst: Atemfluss, Brustkorb- und Bauchbewegungen, Sauerstoffsättigung, Herzfrequenz und Hirnaktivität.[6]

Diese umfassende Datenerfassung ermöglicht es, komplexe Schlafstörungen zu identifizieren, die durch einfache Fitness-Tracker übersehen werden könnten. Besonders bei Verdacht auf Schlafapnoe oder andere schlafbezogene Atemstörungen ist eine präzise Messung entscheidend für die richtige Diagnose und Behandlung.

Moderne Schlafdiagnostik kann heute auch bequem zu Hause durchgeführt werden, ohne dass ein Aufenthalt im Schlaflabor nötig ist. Professionelle Heimschlaftests verwenden medizinische Geräte, die eine laborähnliche Genauigkeit erreichen, dabei aber den Komfort des eigenen Bettes bieten.

Wie Sleep Lab Ihnen helfen kann

Bei anhaltenden Auffälligkeiten in Ihrer Atemfrequenz oder anderen Schlafparametern bietet Sleep Lab eine moderne Lösung für präzise Schlafdiagnostik von zu Hause aus. Unsere medizinischen Messgeräte erfassen alle wichtigen Schlafparameter mit Laborqualität, während Sie in Ihrer gewohnten Umgebung schlafen.

Nach der Messung erhalten Sie einen detaillierten schriftlichen Bericht, der nicht nur Ihre Atemfrequenz, sondern auch Sauerstoffsättigung, Schlafphasen und andere relevante Parameter analysiert. Bei Bedarf kann eine fachärztliche Auswertung und ein persönliches Arztgespräch die nächsten Schritte für eine optimale Behandlung klären.

Wenn Sie Bedenken bezüglich Ihrer nächtlichen Atmung haben oder einfach mehr über Ihre Schlafqualität erfahren möchten, können Sie einen Termin für eine professionelle Schlafmessung vereinbaren. Unsere Experten begleiten Sie auf dem Weg zu erholsamerem Schlaf.

FAQ

Was ist eine normale Atemfrequenz im Schlaf?

Eine normale Atemfrequenz im Schlaf liegt zwischen 12-16 Atemzügen pro Minute. Diese ist langsamer als am Tag und kann zwischen den verschiedenen Schlafphasen leicht variieren. Werte, die regelmässig über 20 Atemzüge pro Minute liegen, sollten ärztlich abgeklärt werden.

Wie genau messen Fitness-Tracker die Atemfrequenz?

Die meisten Fitness-Tracker messen die Atemfrequenz indirekt über die Herzfrequenzvariabilität, nicht über direkte Atemflusssensoren. Diese Methode kann Schätzwerte liefern, ist aber weniger präzise als medizinische Messgeräte und sollte nicht für medizinische Entscheidungen verwendet werden.

Wann sollte ich mir Sorgen über meine nächtliche Atemfrequenz machen?

Besorgniserregend sind Atemfrequenzen über 20 pro Minute, besonders in Kombination mit niedrigen Sauerstoffwerten, häufigem nächtlichem Erwachen oder anhaltender Tagesmüdigkeit. Auch unregelmässige Atemmuster oder lange Atempausen sind Warnsignale, die ärztlich untersucht werden sollten.

Können Umgebungsfaktoren meine Atemfrequenz im Schlaf beeinflussen?

Ja, verschiedene Umgebungsfaktoren können die nächtliche Atmung beeinträchtigen. Dazu gehören schlechte Luftqualität, ungünstige Raumtemperatur, Allergene oder eine ungünstige Schlafposition. Auch psychische Faktoren wie Stress können sich auf die Atemmuster auswirken.

Ist eine professionelle Schlafmessung notwendig, wenn mein Fitness-Tracker Auffälligkeiten zeigt?

Bei wiederkehrenden Auffälligkeiten oder Symptomen wie Tagesmüdigkeit und Schnarchen ist eine professionelle Schlafmessung empfehlenswert. Diese bietet präzisere Daten und kann Schlafstörungen identifizieren, die Consumer-Geräte möglicherweise übersehen. Eine genaue Diagnose ist die Basis für eine effektive Behandlung.

Redaktionelle Qualität bei SleepLab:
Alle Inhalte auf sleeplab.ch folgen strengen Redaktionsrichtlinien, die auf wissenschaftlicher Evidenz, Patientensicherheit und Nachvollziehbarkeit beruhen. Unsere medizinischen Inhalte werden zusätzlich von erfahrenen Ärzten aus der Schweiz wie Dr. med. Jens Westphal oder Almedina Berisha geprüft.

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Über den Autor

Dr. med. J. Westphal ist Facharzt & Praktischer Arzt (FMH) mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen in der Schweiz. Sein Fokus liegt auf modernen, wohnortnahen Behandlungskonzepten, die den Alltag der Patientinnen und Patienten berücksichtigen. Bei SleepLab begleitet er Menschen auf dem Weg zu besserem Schlaf – wissenschaftlich fundiert, empathisch und individuell.

Mehr über das Team hinter sleeplab.ch: sleeplab.ch/ueber-sleeplab

  • Consensus Conference Panel, Watson, N. F., Badr, M. S., Belenky, G., Bliwise, D. L., Buxton, O. M., Buysse, D., Dinges, D. F., et al. (2015). Joint consensus statement of the American Academy of Sleep Medicine and Sleep Research Society on the recommended amount of sleep for a healthy adult: Methodology and discussion. Journal of Clinical Sleep Medicine. https://jcsm.aasm.org/doi/10.5664/jcsm.4950
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  • Leube, J., Zschocke, J., Kluge, M., Pelikan, L., Graf, A., Glos, M., Müller, A., Bartsch, R. P., Penzel, T., & Kantelhardt, J. W. (2020). Reconstruction of the respiratory signal through ECG and wrist accelerometer data. Scientific Reports, 10, 14530. https://www.nature.com/articles/s41598-020-71539-0
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  • Romen, A., Romen, A., Koldobsky, D., & Scharf, S. M. (2014). Diagnosis of obstructive sleep apnea using pulse oximeter derived photoplethysmographic signals. Journal of Clinical Sleep Medicine, 10, 285–290. https://jcsm.aasm.org/doi/pdf/10.5664/jcsm.3530

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