ADHS und Schlaf: Warum Betroffene oft schlecht schlafen

Hinweis: Die Informationen in diesem Artikel sind nur für Bildungszwecke gedacht und sollen keine professionelle medizinische Beratung ersetzen. Wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder Ihre Ärztin, bevor Sie neue Behandlungen ausprobieren.

Kurzzusammenfassung: Schlafprobleme sind bei ADHS deutlich häufiger als in der Allgemeinbevölkerung. Häufige Ursachen sind ein später Schlafrhythmus, innere Unruhe am Abend, Restless Legs und Medikamente. Wer trotz guter Schlafgewohnheiten dauerhaft müde bleibt, sollte eine Schlafstörung abklären lassen.

Warum ADHS und Schlafprobleme zusammenhängen

Viele Menschen mit ADHS berichten, dass sie abends nicht zur Ruhe kommen, spät einschlafen und morgens schwer aus dem Bett finden. Studien zeigen, dass Schlafprobleme bei ADHS deutlich häufiger vorkommen als in der Allgemeinbevölkerung. Ein Grund ist, dass dieselben Hirnbereiche, die Aufmerksamkeit und Impulse steuern, auch den Schlaf-Wach-Rhythmus beeinflussen.

Häufige Muster

Später Schlafrhythmus: Bei vielen Betroffenen verschiebt sich die innere Uhr nach hinten. Sie werden erst spät müde und sind morgens noch nicht leistungsfähig.

Gedankenkreisen und innere Unruhe: Abends fehlen Reize, die den Kopf beschäftigen. Dann wird die Unruhe spürbar und das Einschlafen dauert länger.

Unruhige Nächte: Bewegungsdrang und ein unruhiger Schlaf sind häufiger. Auch das Restless-Legs-Syndrom tritt bei ADHS gehäuft auf.

Koffein und Bildschirmzeit: Koffein am Nachmittag und helles Licht am Abend verschieben das Einschlafen zusätzlich. Mehr dazu im Beitrag von klaroADHS zu ADHS und Koffein.

Wenn eine Schlafstörung dahintersteckt

Nicht jede Müdigkeit bei ADHS ist ADHS. Schlafapnoe, Restless Legs oder andere Schlafstörungen können Konzentrationsprobleme, Tagesmüdigkeit und Reizbarkeit auslösen, die ADHS-Symptomen ähneln. Deshalb lohnt sich bei anhaltender Müdigkeit ein Blick auf den Schlaf selbst. Eine Schlafmessung zu Hause kann Hinweise liefern, ob nächtliche Atemaussetzer oder Beinbewegungen den Schlaf stören.

Medikamente und Schlaf

Stimulierende Medikamente können das Einschlafen verzögern, besonders bei später Einnahme. Andere Medikamente wirken am Abend eher beruhigend. Den Einnahmezeitpunkt sollten Sie nie eigenständig ändern, sondern mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen. Hintergründe finden Sie im Beitrag von klaroADHS zu ADHS Medikamenten und Schlaf und in unserem Beitrag über Medikamente als Ursache von Schlafstörungen.

Was im Alltag helfen kann

  • Feste Zeiten: Möglichst regelmässige Zeiten für Schlafen und Aufstehen, auch am Wochenende.
  • Morgenlicht: Helles Licht am Morgen unterstützt die innere Uhr.
  • Abendroutine: Eine feste Abfolge am Abend, ohne Bildschirm in der letzten Stunde, signalisiert dem Körper, dass der Tag endet.
  • Koffein früh begrenzen: Kaffee und Energy Drinks besser nur am Vormittag.

Praktische Tipps rund um den Schlaf bei ADHS bietet klaroADHS unter ADHS und Schlafprobleme und ADHS Schlafstörung.

Wann Sie etwas abklären lassen sollten

Wenn Sie trotz guter Schlafgewohnheiten dauerhaft müde sind, laut schnarchen, nachts Atemaussetzer bemerken oder unter starkem Bewegungsdrang in den Beinen leiden, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Besteht zusätzlich der Verdacht auf ADHS, finden Sie Informationen zur ADHS-Abklärung für Erwachsene bei klaroADHS.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.

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